Banken-Krise: Bulgariens Regierungschef tritt zurück

Die bulgarische Banken-Krise weitet sich zu einer Regierungskrise aus: Am Mittwoch trat Premier Plamen Orescharski überraschend zurück. Die EU musste das bulgarische Banken-System mit Milliarden aus europäischen Steuergeldern stützen.

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Der bulgarische Ministerpräsident Plamen Orescharski ist am Mittwoch zurückgetreten. Der Rücktritt kommt mitten in der Bankenkrise, nachdem nach einem Bank-Run die Corpbank Pleite gegangen und das bulgarische Finanzsystem mit EU-Steuergeldern gestützt werden musste. Offiziell ist der Rücktritt die Konsequenz aus dem schwachen Abschneiden der regierenden Sozialisten bei der Europa-Wahl im Mai. Orescharskis Minderheitsregierung ist seit etwas mehr als einem Jahr im Amt. Nun soll im August eine Übergangsregierung eingesetzt werden, für Oktober ist eine Parlamentswahl geplant.

Das EU-Land erlebt derzeit den größten Finanzskandal seit den 90er Jahren. So entzog die bulgarische Zentralbank unlängst der viertgrößten Bank des Landes, der Corpbank, die Lizenz und begründete dies mit Hinweisen auf Fehlverhalten. Medienberichte über zweifelhafte Geschäfte hatten im Juni einen Ansturm der Kunden ausgelöst, die ihr Geld von der Corpbank abheben wollten.


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