Nato fürchtet russischen Überfall auf die Ukraine

Nach dem Abschuss von MH17 steigt die Nervosität zwischen Russen und Amerikanern. Die Nato will ein Hauptquartier in Polen aufbauen, um möglichst rasch auf einen russischen Überfall auf die Ukraine reagieren zu können. Auch die Waffen- und Versorgungslager sollen schnellstens ausgebaut werden, um kurzfristig gegen die Russen eingreifen zu können. Der Kollaps der Regierung in Kiew verschärft die Lage in Kiew.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Einen Bericht der Londoner Times zufolge hat Nato-General Philip Breedlove gefordert, dass die Nato schnellstens ihre Kapazitäten in Polen ausbauen müsse. Dazu zähle vor allem der Aufbau von massiven Waffen- und Versorgungslagern. Dadurch sollten innerhalb kürzester Zeit tausende Soldaten gegen Russland in Marsch gesetzt werden. Der US-General wird beim Nato-Gipfel im Herbst einen entsprechenden Plan vorlegen.

Breedlove hat seine Nato-Kollegen diese Woche in Neapel getroffen und über die Vorbereitungen des Einsatzes informiert. Der General verlangt, dass die Infrastruktur in Polen umgehend stehen müsse, um sehr schnell Truppen in Marsch setzen zu können.

Die Leitung des Einsatzes soll die multinationale Gruppe Nordost übernehmen. Sie operiert in Stettin an der deutsch-polnischen Grenze. Die Leitung soll rund um die Uhr besetzt sein, um auf allfällige russische Übergriffe reagieren zu können.

Nach dem Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs MH17 stiegt offenkundig die Nervosität zwischen Russen und Amerikanern. Die Russen haben ihre Version vorgelegt, die die Ukraine belasten (hier). Die USA hatten nichts in der Hand (hier das Nichts) und mussten einräumen, dass Putin nicht der direkt Verantwortliche war (hier).

Durch den Zusammenbruch der Regierung des EU-Mannes Jazenjuk am Donnerstag ist zu erwarten, dass es zu einer Destabilisierung der Lage in der Ukraine kommen wird (hier). Bereits im Vorfeld der Präsidentenwahl konnten sich Russen und Ukrainer nicht auf eine einheitliche Vorgehensweise einigen. Es war befürchtet worden, dass Präsident Putin die chaotische Lage nützen könnte, um den Osten der Ukraine an Russland anzuschließen. Dies war im Zuge der Wahl nicht geschehen (mehr dazu hier).

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick