US-Generalsstabschef Dempsey vergleicht Putin mit Stalin

Die Amerikaner haben neue Satellitenfotos vorgelegt, die belegen sollen, dass die russische Artillerie die Ukraine von Russland aus unter Beschuss genommen hat. General Martin Dempsey sagte, es sei das erste Mal seit 1939, dass Russland seine politischen Ziele in einem souveränen Staat mit militärischen Mitteln durchzusetzen versucht. Das Verteidigungsministerium präzisiert den Vergleich und nennt Stalin ausdrücklich beim Namen. Dempsey ist der Auffassung, dass die russische Aggression gegen die Ukraine der Auslöser für eine Welle des Nationalismus in ganz Europa gewesen sei.

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In einer Rede bei einer Sicherheitskonferenz in Aspen, Colorado, hat der amerikanische Generalstabschef Martin Dempsey die russischen Aktivitäten mit dem Einmarsch von Josef Stalin in Polen 1939 verglichen.

Auf der Website des US-Verteidigungsministeriums ist zu lesen:

„Die russische Entscheidung, mit Artillerie aus Russland auf ukrainische Militärstellungen zu feuern verändert die Sicherheits-Architektur in ganz Osteuropa, sagte der Generalstabschef gestern: ,Wir haben es mit einer russischen Regierung zu tun, welche die bewusste Entscheidung getroffen hat, militärische Gewalt innerhalb eines anderen souveränen Staates anzuwenden, um seine Ziele zu erreichen. Das geschieht zum ersten Mal, so denke ich, seit 1939 oder so, dass die geschieht‘, sagte Armee-General Martin E. Dempsey bei Aspen Sicherheitsforum. Der russische Führer Josef Stalin drang in Polen am 17. September 1939 ein, und behauptete, er müsse die dort lebende ethnische Minderheit schützen. Die militärischen Aktionen in der Ukraine markieren einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen Europa und Russland und zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, sagte Dempsey. Die wahre Bedeutung dieses Wandels sei noch nicht definiert.“

Die US-Darstellung verzichtet auf die Erwähnung, dass der Einmarsch der Sowjets eine Reaktion auf den Angriff Deutschlands unter Hitler auf Polen gewesen sei.

Dempsey sagte weiter, dass er mit mehreren russischen Militärführern gesprochen habe. Die seien widerwillig, den Weg Putins mitzugehen, weil sie sich der Gefahr bewusst seien. Es sei schwierig für ihn, das überhaupt zu sagen, weil „10 von ihnen morgen im Gulag enden könnten“.

Interessanterweise erwähnte Dempsey den Abschuss der malaysischen Boeing 777 nicht – zumindest ist davon auf der autorisierten Zusammenfassung auf der offiziellen Website nichts zu lesen.

Dempsey erwähnte jedoch einen anderen, neuen Aspekt, der aus Sicht der Amerikaner nicht tatenlos hingenommen werden könne.

Das Verteidigungsministerium:

„Die Verletzungen der ukrainischen Souveränität haben einen Aufstieg des Nationalismus in Europa ausgelöst, sagte der Generalstabschef: ,Ich fürchte mich davor, dass Putin einen Brand entzündet haben könnte, den er nicht mehr kontrollieren kann.‘“

Zum Beleg für die russische Aggression legte die US-Botschaft in Kiew neue Satellitenfotos vor, die Angriffe von russischen Raketen-Batterien auf ukrainisches Territorium dokumentieren sollen. Die Fotos, die, wie schon das erste Beweisfoto von einem privaten Sicherheitsdienst stammen, sind allerdings sehr unscharf und mit Skizzen versehen. Die Fotos wurden nicht vom Außenministerium veröffentlicht, sondern vom Botschafter der USA in der Ukraine, Geoffrey Pyatt.

Pyatt war derjenige, der mit der US-Sonderbeauftragten Victoria Nuland in einem Telefonat über die Installierung von Arseni Jazenjuk als neuen ukrainischen Regierungschef gesprochen hatte. Nuland hatte „Jaz“ als den geeigneten Mann für das Amt als ukrainischen Premier identifiziert und die Rolle der EU in dem Prozess mit dem Spruch „Fuck the EU“ als eher bescheiden eingestuft (ganzes Video am Beginn des Artikels).

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