Russland stoppt Import von US-Whiskey wegen Verunreinigung

Die russischen Behörden setzen ihren Konter gegen westliche Importe fort: Nach McDonald's will die Konsumentenschutz-Behörde nun die Einfuhr eines Edel-Whiskeys aus den USA stoppen. Gleichzeitig beginnen ausgedehnte Militär-Manöver. Die Nato will auf die Manöver, das bereits 2013 angekündigt worden war, mit einer neuen Verteidigungsstrategie antworten.

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Die Amerikaner haben eine umfangreichen Produkt-Palette von harten Getränken. Wenn die Russen nun damit beginnen, Verunreinigungen zu entdecken, könnte das der russischen Branche Auftrieb geben. In den USA haben die Amerikaner wegen der Kuba-Sanktionen die besten Zigarren aus ihrem Markt verbannt. (Foto: myamericandream)

Die Amerikaner haben eine umfangreichen Produkt-Palette von harten Getränken. Wenn die Russen nun damit beginnen, Verunreinigungen zu entdecken, könnte das der russischen Branche Auftrieb geben. In den USA haben die Amerikaner wegen der Kuba-Sanktionen die besten Zigarren aus ihrem Markt verbannt. (Foto: myamericandream)

Die russische Verbraucherschutzbehörde bereitet einen Importstopp für US-Bourbon der Marke „Kentucky Gentleman“ vor. In dem Getränk seien Verunreinigungen entdeckt worden, erklärte die Behörde. Seit die westlichen Staaten wegen der Ukraine-Krise Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt haben, verbannt das Land immer mehr westliche Produkte von seinem Markt. Zuletzt waren McDonald’s und polnisches Gemüse in das Visier der Lebensmittelbehörden geraten (mehr hier). Präsident Putin hatte angekündigt, dass Russland die Sanktionen nutzen wolle, um die eigene Produktion zu stärken. Im Fall von harten alkoholischen Getränken ist Russland heute schon eine wichtige Größe im Weltmarkt.

Russland bereitet unterdessen ein groß angelegtes Militär-Manöver vor. Von Montag bis Freitag sei eine Militärübung mit mehr als 100 Kampfjets und Hubschraubern in mehreren Regionen im Westen und im Zentrum des Landes geplant, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Sprecher der Luftwaffe. Die Piloten probten den Beschuss von Zielen zu Lande und in der Luft mit Raketen. In der Region Astrachan nahe der kasachischen Grenze werde es echte und simulierte Starts von Flugabwehrraketen geben, um die Abstimmung zwischen Luftwaffe und Flugabwehr zu verbessern.

Als Konsequenz aus der Ukraine-Krise stoppte die Bundesregierung endgültig den Export eines 100 Millionen Euro teueren Gefechtsübungszentrums des Rüstungskonzerns Rheinmetall an Russland. Der Geschäftsträger der ukrainischen Botschaft in Berlin, Wasyl Chymynez, sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. „Frankreich sollte ähnlich verfahren“, sagte er vor der Auslandspresse in Berlin mit Blick auf die bereits genehmigte Lieferung eines französischen Kriegsschiffs nach Russland. Deutschland hat allerdings den klammen Franzosen bereits gestattet, den Milliarden-Deal trotz der Sanktionen durchzuführen (mehr hier).

Das Manöver bezeichnete der Diplomat als Bedrohung für die Ukraine. Es könne eine neue Eskalationsstufe im Konflikt mit dem Nachbarland bedeuten. Die westlichen Staaten kritisieren Russland immer wieder für militärische Drohgebärden nahe der ukrainischen Grenze. Im März verlegte das Land 8500 Soldaten der Artillerie mit Raketenwerfern zu Manövern in die Gegend. Im Mai zog die russische Führung nach eigenen Angaben Truppen von der Grenze ab. Die Nato wirft Präsident Wladimir Putin jedoch vor, Ende Juli erneut Soldaten und Waffen im Grenzgebiet zusammengezogen zu haben.

Die Ukraine, wo das Militär seit Monaten gegen prorussische Separatisten kämpft, erwähnte der Sprecher der russischen Luftwaffe am Montag nicht. Das Verteidigungsministerium in Moskau war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Nach Angaben der Bundesregierung hatte Russland das Manöver bereits 2013 angekündigt.

Die Nato will wegen der, wie Generalsekretär Rasmussen das nennt, zunehmenden „Aggression“ Russlands mit einer neuen Verteidigungsstrategie antworten. Rasmussen sagte der französischen Zeitung Midi Libre, dass die neue Strategie beim Gipfel in Wales im September beschlossen werden soll. Unter anderem sieht der Plan ein deutlich größere Militarisierung von Polens vor (mehr im Detail dazu hier).

Die schwedische Zeitung Dagens Nyhgeter berichtete unterdessen, vor gut zwei Wochen sei ein US-Aufklärungsflugzeug auf der Flucht vor einem russischen Abfangjäger ohne Genehmigung in den schwedischen Luftraum eingedrungen. Der Zwischenfall habe sich am 18. Juli ereignet – einen Tag nach dem Absturz einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine. Die Regierung in Kiew wirft den Separatisten vor, die Maschine abgeschossen zu haben, was diese zurückweisen.

Die US-Maschine befand sich demnachin der Nähe von Kaliningrad, einer russischen Exklave zwischen Polen und Litauen an der Ostsee. Um die Begegnung mit einem russischen Kampfjet zu verhindern, habe der US-Pilot abgedreht und sei über die schwedische Insel Gotland geflogen. Die USA haben zuletzt ihre Aufklärungsflüge in der Region verstärkt.

Im Osten der Ukraine eroberte das Militär nach eigenen Angaben den Ort Jasinuwata von den Separatisten zurück, einen wichtigen Bahnknotenpunkt in der Gegend. Jasinuwata liegt nördlich von Donezk, der größten Stadt der Region, und nahe der Straße, die nach Luhansk führt. Die beiden Städte sind die größten Orte in den Händen der Rebellen.

Weißrussland erklärte sich bereit, die Ukraine in der Erntezeit mit Treibstoff zu versorgen. Dies teilte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko mit. Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure der Welt. Steigende Treibstoffpreise könnten die Lieferungen nach Einschätzung von Experten jedoch gefährden. Weißrussland besitzt zwei große Raffinerien, erhält den Großteil seines Öls aber aus Russland. Als Teil einer Vereinbarung für eine Zollunion will Russland dem Nachbarstaat dieses Jahr Öl zollfrei liefern. Im Gegenzug gibt Weißrussland die Steuern, die es beim Export von Erdölprodukten einnimmt, an Russland ab.

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