Ukraine meldet: Einmarsch russischer Truppen verhindert

Die Regierung in Kiew behauptet, eine als zivile Kolonne getarnte russische Einheit bei ihrem Einmarsch in die Ukraine gestoppt zu haben. Dies soll nicht mit Waffengewalt, sondern durch ein Telefonat mit Moskau geschehen. Russland dementiert den Vorfall. Allerdings hatte Moskau bereits vor einiger Zeit die Entsendung von Hilfskonvois für die Flüchtlinge angeboten.

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Die Ukraine hat am Samstag nach eigenen Angaben den Einmarsch russischer Soldaten verhindert, die als Friedenstruppen getarnt waren. Ein langer russischer Militärkonvoi sei am Freitag angeblich in Abstimmung mit dem Roten Kreuz auf die Grenze zugefahren, sagte ein Berater des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Nach einem Appell der Regierung in Kiew an die Führung in Moskau habe die Wagenkolonne angehalten. Russlands Außenministerium wies die Äußerungen als Märchen zurück. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten bereits mehrfach derartige Vorwürfe erhoben, die sich nicht von unabhängiger Seite bestätigen ließen. Vom Roten Kreuz war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die USA hatten Russland am Freitag gewarnt, man werde jeden Versuch zur Lieferung humanitärer Hilfe in die Ukraine als Invasion betrachten. „Da die Ukraine internationalen Hilfsorganisationen Zugang zu ihrem Territorium gewährt hat, besteht kein Grund, weshalb Russland Hilfsgüter liefern sollte“, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, bei einer Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Daher wäre jeder weitere einseitige Intervention Russlands auf ukrainischem Staatsgebiet völlig inakzeptabel und zutiefst alarmierend. „Sie würde als Einmarsch in die Ukraine betrachtet“, warnte Power.

Russland hatte die Entsendung eines Hilfskonvois zur Unterstützung der Flüchtlinge in der Ukraine angeboten. Das Land machte die Offerte am Dienstag in einer Sicherheitsratssitzung, die es wegen der humanitären Lage im Nachbarstaat gefordert hatte. Daraufhin hatte die Nato erklärt, das Bündnis teile die Sorgen, dass Russland unter dem Vorwand eines humanitären oder friedenssichernden Einsatzes Truppen in die Ostukraine entsenden könnte. Nach Angaben der Nato hat die russische Führung im Grenzgebiet etwa 20.000 Soldaten zusammengezogen. Dort hielt Russland in der abgelaufenen Woche auch große Manöver ab. Am Freitag hatte das Verteidigungsministerium in Moskau erklärt, die Manöver seien beendet und die beteiligten Einheiten in ihre Kasernen zurückgekehrt.

Das Flüchtlingsproblem nimmt in der Ostukraine immer massivere Ausmasse an: Die UN spricht von einer humanitären Katastrophe, unabhängige Beobachter von einer Kulturschande für Europa (mehr dazu hier).

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