Nach Streit mit Erdoğan: Chefredakteur von Hürriyet tritt zurück

Der Chefredakteur der türkischen Zeitung Hürriyet ist zurückgetreten. Zuvor hatte Premierminister Recep Tayyip Erdoğan der Zeitung Islam-Feindlichkeit vorgeworfen. Nach Angaben des Chefredakteurs soll der Streit mit Erdoğan nicht der Grund für seinen Rücktritt sein. Kritiker werfen Erdoğan vor, dass er die Meinungs- und Pressefreiheit einschränke.

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Der Chefredakteur der türkischen Zeitung „Hürriyet“, Enis Berberoğlu, ist vor der Präsidentenwahl am Sonntag zurückgetreten. Vorausgegangen war scharfe Kritik von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan – der haushohe Favorit der Wahl – am Doğan-Verlag, dem das Blatt gehört.

Die Zeitung wies Spekulationen zurück, Berberoğlu habe wegen Drucks der Regierung am Freitag seinen Posten geräumt. Vielmehr habe er sich aus eigenem Antrieb dazu entschieden und den Schritt noch vor der Abstimmung angekündigt, „damit dem keine politische Bedeutung beigemessen wird“. Eine Stellungnahme von Berberoğlu selbst gab es zunächst nicht.

Erdoğan hat den Doğan-Verlag wiederholt angegriffen. Bei einer Wahlveranstaltung am Donnerstag warf er der Mediengruppe vor, über einen ihrer Fernsehsender Islam-feindliche Kommentare verbreitet zu haben. Zudem ergreife sie in ihrer Berichterstattung über den Konflikt im Gazastreifen Partei für Israel. Kritiker werfen Erdoğan vor, als Regierungschef die Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt zu haben. Er weist dies zurück.

Der Axel Springer Verlag unterhält eine strategische Partnerschaft mit dem Doğan-Verlag. Der deutsche Verlag hält 17,27 Prozent aller Anteile an Doğan TV. Des weiteren wird der Axel Springer Verlag ab 2015 seine Beteiligung an der gesamten Doğan Yayın Holding auf 29 Prozent erhöhen. Der Vorsitzende der Doğan-Holding ist der Medienunternehmer Aydın Doğan.

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