Keine Sanktionen: Indien will Diamanten-Handel mit Russland ausbauen

Die indische Regierung möchte die anstehenden Russland-Sanktionen zu ihrem Vorteil nutzen. Sie kann den Diamanten-Handel mit Russland signifikant ausbauen. In Mumbai soll ein gesonderter Handelsplatz gegründet werden. Denn aktuell importiert Indien russische Rohdiamanten über Belgien und Dubai.

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Indien möchte die bevorstehenden Russland-Sanktionen der USA und der EU ausnutzen, um Roh-Diamanten direkt aus Russland zu beziehen. Auslöser dieser Entscheidung ist der massive Diamanten-Handel mit Russland. Dieser spielt eine herausragende Rolle für die indische Wirtschaft.

Doch russische Rohdiamanten werden über die Handelsplätze in Dubai und Belgien nach Indien importiert. Deshalb möchte die indische Regierung einen eigenen Handelsplatz in Mumbai eröffnen. Somit sollen die Sanktionen umgangen werden.

Im vergangenen Jahr importierte Indien russische Rohdiamanten im Wert von 767 Millionen US-Dollar, meldet The Hindu Businessline. Die Eröffnung des Handelsplatzes in Mumbai soll den bilateralen Edelstein-Handel auf etwa 5 Milliarden US-Dollar anwachsen lassen. Zuvor hatte die indische Diamanten-Vereinigung (GJEPC) von der Regierung in Neu Delhi einen solchen Handelsplatz gefordert.

Russland ist der größte Diamanten-Produzent der Welt. 2013 lag das Produktions-Volumen der russischen Diamanten-Gruppe ALROSA bei 36,9 Millionen Karat. ALROSA produziert 25 Prozent der weltweiten Rohdiamanten. Darauf folgen die Diamanten-Produzenten De Beers und Rio Tinto.

Indiens gesamte Rohdiamanten-Importe lagen 2013 bei 163,11 Millionen Karat im Wert von 16,34 Milliarden US-Dollar. Exportiert wurden 36,46 Millionen Karat geschliffener Diamanten im Wert von 20,23 Milliarden US-Dollar. Die Mehrheit der russischen Rohdiamanten werden in Indien geschliffen, berichtet Rough & Polished.

Neu Delhi könnte in den kommenden Jahren als großer Gewinner aus den Russland-Sanktionen hervorgehen. Denn in den vergangenen Jahren haben sich die Preise für Diamanten verdoppelt.

„Wir wissen, dass die Nachfrage größer als das Angebot sein wird“, zitiert Bloomberg den De Beers-Chef Philippe Mellier. Der Trend der vergangenen Jahre werde anhalten.

Seit 1960 hat sich der Rohdiamanten-Preis von 2.700 US-Dollar auf 29.000 US-Dollar im Jahr 2012 verzehnfacht.

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