Sanktionen: Türkei will mehr Obst und Gemüse an Russland liefern

Der türkische Premier Erdogan will die türkischen Lebensmittel-Exporte nach Russland steigern. Erdogan kann sich damit an den Amerikanern rächen, die er seinerzeit beschuldigt hatte, hinter den Unruhen in der Türkei zu stecken. Misslicher Nebeneffekt für den Westen: Die Türkei ist Nato-Mitglied und müsste eigentlich mit den USA mitziehen.

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Die Türkei und Ägypten sollen vom russischen Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der Europäischen Union und den USA profitieren. „Die Nachfrage aus Russland nach türkischen Produkten hat angezogen, seit die Beschränkungen im Handel mit den USA und der EU gelten“, sagte der Chef des türkischen Außenhandelsverbands, Mehmet Büyükeksi, der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. In der kommenden Woche werde eine russische Delegation in der Türkei erwartet. Präsident Wladimir Putin und sein ägyptischer Kollege Abdel Fattah al-Sissi vereinbarten zudem engere Handelsbeziehungen im Lebensmittelbereich. Ägypten werde seine Agrarexporte nach Russland in naher Zukunft um 30 Prozent erhöhen, sagte Putin nach einem Treffen mit Sissi in Sotschi.

Russland hat als Reaktion auf Wirtschaftssanktionen der EU und der USA wegen der Ukraine-Krise ein Importverbot für Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte aus dem Westen verhängt. Auch Norwegen, Kanada und Australien sind davon betroffen. Für die wegfallenden Importe sollen Schwellenländer wie die Türkei und Ägypten, aber auch Brasilien einspringen. Nach Angaben des russischen Landwirtschaftsministers Nikolai Fjodorow kann allein Ägypten künftig etwa die Hälfte der bisher aus den USA und den EU-Staaten importierten Mengen an Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Orangen liefern. Zudem hätten russische Behörden in den vergangenen Tagen etwa 100 brasilianischen Lebensmittelhändlern Einfuhrgenehmigungen erteilt.

Der türkische Außenhandelsverband arbeitet bereits eng mit den Behörden zusammen, um Exporte nach Russland weiter zu erleichtern. Besonders die Nachfrage nach Geflügel und Meeresfrüchten dürfte deutlich steigen, doch könne die Türkei auch mehr Obst und Gemüse nach Russland liefern, erklärte Büyükeksi weit

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