Brasilien: Präsidentschafts-Kandidat bei Flugzeugabsturz getötet

Eduardo Campos, Präsidentschaftskandidat in Brasilien, ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Er war der aussichtsreichste Gegenkandidat der amtierenden Präsidentin Dilma Rousseff.

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Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Eduardo Campos ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Der Herausforderer von Dilma Rousseff sei bei dem Unglück in der Küstenstadt Santos nahe Sao Paulo getötet worden, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Mit dem unternehmerfreundlichen Linkspolitiker seien noch sechs weitere Personen an Bord gewesen. Niemand habe überlebt. Rousseff kündigte an, den Wahlkampf für drei Tage auszusetzen. Die Nachricht von Campos‘ Tod sorgte am brasilianischen Aktienmarkt für Kursverluste.

Nach Angaben der Luftwaffe stürzte der Privatjet vom Typ Cessna 560XL kurz vor der Landung in Santos bei schlechtem Wetter ab. Zur Identität der weiteren Passagiere wurden zunächst keine Angaben gemacht. Aus Kreisen der Partei PSB verlautete aber, dass Santos‘ Mitstreiterin und Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin, Marina Silva, nicht an Bord gewesen sei.

Die Brasilianer wählen am 05. Oktober ein neues Staatsoberhaupt. Präsidentin Rousseff dürfte Umfragen zufolge im zweiten Wahlgang im Amt bestätigt werden. In jüngsten Erhebungen kam sie auf 36 Prozent, ihr wichtigster Herausforderer Aecio Neves auf rund 20 Prozent und Campos auf zehn Prozent.

Der 49-jährige Campos war früher Gouverneur des nordöstlichen Bundesstaats Pernambuco und genoss wegen seines wirtschaftsfreundlichen Kurses die Unterstützung von Banken- und Industrieverbänden. Der brasilianische Leitindex an der Börse in Sao Paulo brach nach Bekanntwerden der Nachricht um bis zu 2,1 Prozent ein. Die Aktien der Ölfirma Petrobras, an der der Staat noch einen Anteil hält, verloren bis zu 5,7 Prozent.

An der Börse ist Rousseff eher unbeliebt. So reagiert die Börse in Sao Paulo stets mit Kursverlusten, wenn eine Wiederwahl wahrscheinlicher wird. Börsianer werfen ihr vor, eine unternehmensfeindliche Politik zu vertreten und nicht auf die Interessen der privaten Minderheitsaktionäre von halbstaatlichen Konzernen wie dem Ölkonzern Petrobras zu achten.

Campos war für radikale Reformen in Brasilien eingetreten. So hatte er die vollständige Unabhängigkeit der Zentralbank gefordert sowie einen Kampf gegen das lateinamerikanische Bündnis Mersosur angekündigt. Er wollte bilaterale Verträge Brasilien mit anderen Staaten erreichen – vor allem, um die explodierenden Energiepreise in den Griff zu bekommen.

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