Gemüse als Katalysator: Batterien mit Auberginen halten länger

Shannon Lee aus Singapur hat eine Möglichkeit entwickelt, wie Auberginen als Elektrokatalysator verwendet werden können. Bei einer Messe für internationale Wissenschaft und Ingenieurwesen gewann sie dafür den Preis für junge Forscher.

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Xinjing Shannon Lee aus Singapur hat eines neuartigen Elektro-Katalysators für Batterien der Zukunft entwickelt.

Forscher haben seit längerem nach Möglichkeiten gesucht , um wiederaufladbare Zink-Luft-Batterien alltagstauglicher zu machen, da sie sicherer und leichter wären als die verbreiteten Lithium-Ionen-Batterien. Zudem haben sie im Vergleich die sechsfache Energiedichte, so dass sie perfekt für Hybridfahrzeuge geeignet wären.

Die 17-Jährige Lee entwickelte einen Aktivkohle-Katalysator, den sie komplett aus dehydrierten Auberginen herstellte. Dafür verlieh ihr die Intel Foundation den Young Scientist Award über 50.000 US-Dollar. Der Katalysator übertraf die bisherigen Modelle in Sachen Stabilität und Langlebigkeit um ein Vielfaches und ist zudem umweltfreundlich und kostengünstig herzustellen, so die Begründung der Jury.

In der Regel sind heutzutage Zink-Luft-Batterien beispielsweise bei Hörgeräten im Einsatz. Die Energiedichte der Luft-Metall-Batterien ist extrem hoch. Darauf baut auch die Industrie für Elektroautos. Denn bisher ist deren Wirtschaftlichkeit eher begrenzt.

Das liegt insbesondere an den hohen Produktionskosten. Aktuell wird in erster Linie eine Platin-Kohlenstoff-Verbindung als Katalysator genutzt. Das ist auf Grund des teuren Platins sehr kostenintensiv. Shannons Erfindung ist insofern ein gewaltiger Schritt in eine günstigere Richtung. Ihre Version einer Auberginen-Kohlenstoff-Verbindung ist nicht nur unglaublich günstig herzustellen, sondern leistet auch noch mehr als der Platin-Katalysator.

Shannons erste Versuche mit Auberginen begannen bei der AStar Agentur für Wissenschaft, Technologie und Forschung. Ihre Aufgabe dort war es eine nützliche Alternative für Katalysatoren bei Zink-Luft-Batterien zu finden. Die Bedingung: Es muss eine Kohlenstoff-Verbindung sein. So kam sie auf die Idee, Auberginen dafür einzusetzen. Sie dehydrierte das Gemüse und machte das erste elektrisch-chemische Experiment. Das Ergebnis war eine sehr hohe Leitfähigkeit, wie die junge Forscherin im Interview mit dem Content Magazine erzählt. Mit Äpfeln habe sie es auch ausprobiert, jedoch ohne Erfolg.

Die junge Hobbyforscherin studiert am National College in Singapur und hatte ursprünglich nicht die Absicht auf der ISEF-Messe (Intel International Science and Engineering Fair) teilzunehmen. „Ich wollte mich einfach nur mit dem Thema beschäftigen und etwas für eine grünere Umwelt tun.“ Das kann sich jetzt deutlich besser als früher.

Aber dieser neue Katalysator soll nicht als nur eine alternative Verwendung von Auberginen dienen. Shannon ist optimistisch, dass sie mit den $50.000 Preisgeld ihre Methode kommerzialisieren kann.

Nach der Preisverleihung sagte die 17-Jährige: „Jetzt ist mein Ziel einen Forschungsbericht zu entwickeln und rigorose Tests durchzuführen. Alles, was ich bisher getan habe, war die nötigen Teil zu finden und ich bin immer noch in der Anfangsphase, um herauszufinden, ob ich die Technologie noch weiter entwickeln kann“.

Allerdings müssen die Konsumenten auf die Markteinführung noch eine Weile warten. Höchste Priorität hat bei Shannon im Moment die Schule. Erst im nächsten Jahr habe sie Zeit sich um ihr Auberginen-Projekt zu kümmern und es für die Masse zugänglich zu machen.

 

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