Putin will alles tun, um Blutvergießen in der Ukraine zu beenden

Russlands Präsident Wladimir Putin will alles tun, um das Blutvergießen in der Ost-Ukraine zu beenden. Die Börsen reagierten positiv auf die russischen Aussagen. Die Ukraine verstärkte den Beschuss der Stadt Donezk.

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Signale für eine Entspannung im Ukraine-Konflikt von Russlands Präsident Wladimir Putin haben Aktienanleger am Donnerstag aufatmen lassen. Trotz enttäuschender Wirtschaftsdaten aus Deutschland machte der Dax nach entsprechenden Aussagen Putins seine Kursverluste wett. Der deutsche Leitindex ging 0,3 Prozent höher bei 9225 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich hatte er in der Spitze ein halbes Prozent eingebüßt. Der EuroStoxx50 gewann 0,1 Prozent auf 3058 Zähler. Auch die US-Börsen lagen zum Handelsschluss in Europa knapp im grünen Bereich.

Bei einem Besuch auf der im Frühjahr in Russland eingegliederten Halbinsel Krim betonte Putin, alles in seiner Macht stehende tun zu wollen, damit der Konflikt beendet werde. „Putins Äußerungen wecken Hoffnungen auf eine Entspannung. Einige Anleger haben das zum Anlass genommen, sich mit Aktien einzudecken“, sagte ein Händler. Fraglich sei allerdings, wie lange die Aufwärtsbewegung des Dax anhalte.

Denn auf die Stimmung drückten enttäuschende Daten: die Wirtschaft in der Euro-Zone stagnierte im Frühjahr, weil in den drei größten Ländern Deutschland, Frankreich und Italien Flaute herrschte. In Deutschland fiel das Bruttoinlandsprodukt wegen des schwächelnden Außenhandels und sinkender Investitionen zum Vorquartal um 0,2 Prozent.

Dies sei ein empfindlicher Rückschlag, schrieb NordLB-Analyst Christian Lips in einem Kommentar. Noch seien die Voraussetzungen für die deutsche Wirtschaft dank eines robusten Arbeitsmarktes zwar gut. „Eine baldige Beruhigung in der Ukraine wäre aber ein Segen, denn der Konflikt droht sich wie Mehltau über die Wirtschaft zu legen.“ Vor allem die Ungewissheit über die zukünftigen Beziehungen zu Russland belaste das Wirtschaftsvertrauen zusehends. In der Ostukraine bekämpfen sich seit Monaten ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten. Der Westen wirft Russland vor, die Rebellen zu unterstützen, und hat deswegen Wirtschaftssanktionen verhängt. Russland erhob daraufhin Importbeschränkungen für Obst und Gemüse aus der EU.

Auf der Suche nach sicheren Anlagehäfen steuerten die Investoren vor allem Bundesanleihen an. Die Kurse der zehnjährigen Titel stiegen, im Gegenzug fiel die Rendite bis auf ein Rekordtief von knapp unter einem Prozent nach 1,032 Prozent am Vorabend. Händlern zufolge schürten die jüngsten Konjunkturdaten Sorgen, dass die erhoffte Erholung der Euro-Zone ausbleiben könnte.

Am Aktienmarkt hatten die Investoren vor allem Firmenbilanzen im Blick. Schwächster Dax-Titel waren die Aktien von RWE mit einem Abschlag von 2,1 Prozent. Der operative Gewinn des Versorgers fiel im ersten Halbjahr um rund ein Drittel auf 3,426 Milliarden Euro. „Vor allem nach dem Zwischenbericht von E.ON am Mittwoch sind die Zahlen eine Enttäuschung“, erklärte ein Börsianer. E.ON hatte mit seinen Ergebnissen leicht über den Analystenschätzungen gelegen. Die Titel von E.ON wie RWE waren daraufhin deutlich gestiegen.

Trotz einer Herunterstufung von Goldman Sachs setzen Adidas-Aktien ihre Erholung fort. Die Titel stiegen um 2,3 Prozent, seit Freitag kommen sie auf ein Plus von mehr als fünf Prozent. Nach der Gewinnwarnung Ende Juli waren die Aktien zeitweise um mehr als 16 Prozent eingebrochen. Goldman stufte die Papiere auf „Neutral“ von „Buy“ herunter.

Auf Berg- und Talfahrt gingen die Aktien von K+S. Wegen des Preiseinbruchs in der Branche verdiente das Unternehmen im ersten Halbjahr deutlich weniger beim Verkauf seiner Kali-Düngemittel. Die Papiere fielen nach anfänglichen Gewinnen zeitweise um mehr als drei Prozent und schlossen 0,1 Prozent schwächer.

Die Enttäuschung der Anleger über die Geschäfte von Delticom schickte den Aktienkurs des Internet-Reifenhändlers in den Keller: sie verloren 9,7 Prozent und waren im SDax die Schlusslichter.

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