US-Notenbank bleibt bei niedrigen Zinsen

Die US-Notenbank will weiter billiges Geld in die Märkte pumpen. Allerdings wächst auch innerhalb der Fed der Druck auf Präsidentin Janet Yellen, die Zinsen demnächst zu erhöhen. Die Bilanz der Fed ist bereits auf 4,5 Billionen Dollar aufgebläht. Selbst wenn die Bilanz wieder auf Normalmaß geschrumpft wird, wird es acht Jahre dauern, um die Bilanz zu normalisieren.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Trotz der überraschend kräftigen Erholung, die die Statistik am US-Arbeitsmarkt ausweist, sieht die US-Notenbank Fed vorerst keinen Grund für eine Zinserhöhung. Die meisten Führungsmitglieder wollen noch abwarten, bis sich der Aufschwung gefestigt hat, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung von Ende Juli hervorgeht. An den Märkten wird erst Mitte nächsten Jahres mit einer Anhebung des historisch niedrigen Zinsniveaus von derzeit null bis 0,25 Prozent gerechnet.

Die Zentralbanker räumten ein, dass die Erholung des Arbeitsmarktes stärker als von ihnen erwartet ausgefallen ist. Durch die Verbesserung sei die Lage nun „spürbar näher an dem Zustand“, den die Fed als normal ansehe. Sie ist für mittelfristig stabile Preise und die Förderung von Vollbeschäftigung zuständig. Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 6,2 Prozent ist dieses Ziel aus Sicht der Fed jedoch noch nicht in greifbarer Nähe. Sie sieht die Ressourcen auf dem Jobmarkt derzeit bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Wie aus den Protokoll hervorgeht, erwarten jedoch viele Notenbanker, dass sich diese Einschätzung „schon bald“ ändern dürfte.

Die Zinsen beließen die Zentralbanker um Fed-Chefin Janet Yellen gleichwohl auf dem rekordniedrigen Niveau. Allerdings wurde das Wertpapierankaufprogramm zum Ankurbeln der Wirtschaft um zehn auf 25 Milliarden Dollar gekürzt. Im Oktober soll das Programm auslaufen. Erst dann wird die nach der Finanzkrise auf mehr als 4,5 Billionen Dollar aufgeblähte Bilanz der Fed nicht mehr ausgeweitet. Wie aus den Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung hervorgeht, wollen die Notenbanker nach dem ersten Zinsschritt dazu übergehen, Einnahmen aus fälligen Anleihen nicht mehr in neue Papiere zu investieren oder zumindest das Volumen zu reduzieren. Dann wird die Bilanz allmählich wieder auf Normalmaß schrumpfen – ein Prozess, der laut Yellen bis zu acht Jahre dauern wird.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick