Nato: Russland bringt Artillerie auf ukrainischem Territorium in Stellung

Die Nato gibt bekannt, dass Russland nach ihren Erkenntnissen Artillerie über die ukrainische Grenze gebracht habe, um die Rebellen im Kampf gegen Kiew zu unterstützen. Dies sei „umso besorgniserregender“, als die Russen nach Einschätzung der Nato ihre Militäraktivitäten im Kampf um die Ost-Ukraine verstärkt hätten. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Russland nehme ein Eskalation der Lage billigend in Kauf. Sie lobte den ukrainischen Übergangs-Premier „Jaz“ Jazenjuk wegen seiner "besonnenen" Haltung.

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Die Nato hat in einem Statement mitgeteilt, dass russische Artillerie „sowohl von jenseits der Grenze also auch innerhalb der Ukraine“ gegen die ukrainische Armee in Stellung gebracht habe und diese auch zur Unterstützung der Rebellen zum Einsatz bringe.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Russland wegen der Entsendung eines Hilfskonvois in die Ostukraine scharf kritisiert. Mit der Eskalation der Lage verschlimmere die Regierung in Moskau ihre Isolation, erklärte Rasmussen am Freitag. Rasmussen sagte, die militärischen Aktivitäten der Russen nährten den Verdacht, die Russen verwendeten den Hilfskonvoi nur, um eine heimliche Militäroperation durchzuführen. Rasmussen warf Russland vor, die Rebellen in der Ostukraine mit Artillerie von eigenem Territorium aus und auch im Nachbarland selbst zu unterstützen. Die Separatisten bekämen schwere Waffen wie Panzer, Schützenpanzer und Granatwerfer. Es sei zudem alarmierend, dass Russland Einheiten der Landstreitkräfte und der Luftwaffe an der Grenze zusammenziehe.

Russland hatte am Freitag einen Hilfskonvoi über die Grenze in die Ukraine geschickt. Die Regierung in Kiew sprach deswegen von einer Invasion.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich in zwei Telefonaten mit den Präsidenten der Ukraine und Russlands über den Hilfskonvoi besorgt. Russland habe eine Eskalation der schon angespannten Situation billigend in Kauf genommen, erklärt ihr Sprecher Steffen Seibert. Zugleich habe sie „die besonnene ukrainische Reaktion“ gelobt. Trotz des russischen Vorgehens müsse alles versucht werden, damit die Hilfslieferung unbehelligt zu den Menschen in Not komme. Dies müsse genauso für den ukrainischen Konvoi gelten, der bisher von den Separatisten blockiert werde.

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