Ukraine verzögert Weiterfahrt des russischen Hilfs-Konvois

Die Ukraine unterzieht den russischen Hilfskonvoi einer ausführlichen Grenzkontrolle, obwohl das Rote Kreuz die Ladung bereits inspiziert hatte. Die Russen werden ungeduldig und haben die Motoren gestartet und drohen, auch ohne offizielle Genehmigung nach Lugansk zu fahren.

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Die russische Regierung verstärkt den Druck auf die Ukraine, den seit einer Woche an der Grenze feststeckenden Hilfskonvoi in die umkämpften Gebiete der Ostukraine einfahren zu lassen. Das russische Außenministerium erklärte am Freitag in Moskau: „Alle Ausreden zur Verzögerung der Hilfslieferung (…) haben sich erledigt. Die russische Seite hat die Entscheidung gefällt zu handeln.“ Präsident Wladimir Putin sei unterrichtet worden, dass der Konvoi Richtung Lugansk rolle, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Putins Sprecher. Ein Reuters-Augenzeuge berichtete hingegen, die ersten der rund 280 Lkw im Niemandsland am Grenzübergang Donezk hätten ihre Motoren gestartet, führen aber noch nicht. Am Vortag hatten die weiß getünchten Lastwagen die russische Seite des Grenzübergangs passiert. Danach begannen ukrainische Grenzbeamte mit der Kontrolle der Fahrzeuge.

Der Konvoi wird von 35 Mitarbeitern des Roten Kreuzes begleitet, die für die Verteilung der Hilfsgüter sorgen sollen. Nach russischen Angaben haben die Lkw Wasser, Babynahrung und andere humanitäre Güter geladen. Die ukrainische Regierung hatte die Fahrzeugkolonne mit der Begründung aufgehalten, Russland könne den Konvoi als Deckmantel für eine Intervention nutzen. Am Wochenende hatte die Regierung den Konvoi dann prinzipiell als humanitäre Hilfe anerkannt.

Wegen der Kämpfe zwischen der Armee und prorussischen Separatisten sind die umkämpften Gebiete von der Versorgung abgeschnitten. So gibt es zum Beispiel in der Provinzmetropole Lugansk mit einstmals gut 400.000 Einwohnern seit drei Wochen kein Wasser mehr und nur noch unregelmäßig Strom. Täglich versuchen Hunderte Flüchtlinge, die Stadt zu verlassen.


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