Russland-Sanktionen können Deutschland 50.000 Arbeitsplätze kosten

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft fürchtet mit einem Einbruch der Exporte nach Russland um bis zu 25 Prozent. Die Folge könnte ein möglicher Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen sein. Die Konsequenzen der politischen "Strafmaßnahmen" werden also die deutschen Arbeiter zu spüren bekommen.

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Die deutschen Exporte nach Russland könnten nach Ansicht des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft 2014 um ein Viertel zurückgehen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir am Ende des Jahres im Russlandhandel bei einem Exportminus von 20 bis 25 Prozent ankommen werden“, teilte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes am Montag in Berlin mit. „Dies würde in Deutschland etwa 50.000 Arbeitsplätze gefährden.“ Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Ausfuhren im ersten Halbjahr bereits um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken.

Eine Umfrage des Ost-Ausschusses habe zudem ergeben, dass es in deutschen Unternehmen erhebliche Verunsicherungen gebe, wie die Embargovorschriften der EU und der USA gegen Russland auszulegen seien. Auch die deutschen Exporte in die mit Russland über eine Zollunion verbundenen Staaten Kasachstan (minus 12 Prozent) und Belarus (minus 21 Prozent) entwickelten sich negativ. Besonders stark sanken im ersten Halbjahr die deutschen Ausfuhren in die Ukraine (minus 32 Prozent).

Die deutsche Wirtschaft versucht, die Verluste durch Exporte in andere Staaten abzufedern. So seien die deutschen Exporte in die osteuropäischen EU-Staaten Polen (plus 10), Tschechien (plus neun), Ungarn (plus 12,5), Rumänien (plus elf) und Bulgarien (plus 18 Prozent) gestiegen, teilte der Ost-Ausschuss mit. Doch diese Zuwächse können die Verluste aus dem Russland-Geschäft nicht annähernd ausgleichen – zumal die anderen EU-Staaten ebenfalls durch die Sanktionen behindert werden und daher vermutlich auch weniger aus Deutschland importieren werden. Das könnte vor allem den Maschinenbau und die Automobil-Industrie betreffen.

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