Nach Nato-Warnung zur Ukraine: Rubel stürzt ab

Der russische Rubel hat am Freitag ein neues Rekord-Tief erreicht. Die Nato hatte zuvor gewarnt, dass Russland weit über 1000 Soldaten in der Ukraine habe und damit Befürchtungen ausgelöst, die Lage könnte endgültig eskalieren. Der Konflikt zwischen Moskau und Kiew könnte sich auch auf die europäischen Devisenmärkte auswirken.

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Nach der jüngsten Nato-Warnung kostet ein einziger Dollar bereits über 39,6 Rubel. (Grafik: ariva.de)

Nach der jüngsten Nato-Warnung kostet ein Dollar bereits über 39,6 Rubel. (Grafik: ariva.de)

Die russische Währung hat am Freitag um über 0,4 Prozent nachgegeben. Ein Dollar ist damit über 39 Rubel wert. Mit dem jüngsten Einbruch verliert die Währung über die Woche gesehen 2,6 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Auch im Vergleich mit dem Euro fällt der um Rubel 0,3 Prozent auf 48,61 Rubel pro Euro.

Grund dafür dürften die jüngsten Warnungen der Nato vor einer militärischen Intervention tausender russischer Soldaten in der Ukraine sein. Moskau sieht sich neuen Sanktionen durch den Westen ausgesetzt, der Russland vorwirft, sich direkt an militärischen Aktionen in der Ostukraine zu beteiligen (mehr hier). Mehrere westliche Staaten, darunter auch Deutschland, haben daraufhin eine erneute Verschärfung der Maßnahmen gegen Russland angekündigt (mehr hier).

Analysten zufolge verlange ein erschwerter Zugang zu westlichen Kapitalmärkten der russischen Wirtschaft einiges ab. Die Wachstumsprognose für 2015 wurde bereits von 2,6 auf 1,5 Prozent korrigiert. Der Druck auf die russische Währung habe breite Auswirkungen: „Investoren sollten sich auf eine weitere Schwächung des Rubels einstellen, eine erneute Eskalation der geopolitischen Spannungen könnte sich auch negativ auf die anderen zentral- und osteuropäischen Devisenmärkte auswirken“ , äußert der Wirtschafts-Experte Neil Shearing gegenüber der Financial Times.

Die russische Wirtschaft sei demnach schon vor der Krise angeschlagen gewesen und daher zum jetzigen Zeitpunkt verwundbarer denn je. Russland kämpft nach seinem selbst verhängten Import-Verbot für EU-Gemüse bereits mit einer Inflation der Nahrungsmittelpreise. Das erschwert auch die Rücknahme der Zinserhöhungen, die die Zentralbank seit Beginn der Krise vorgenommen hatte.

Putin hat allerdings bereits Gegenmaßnahmen ergriffen, um im Währungskrieg die Vormachtstellung des US-Dollars zu schwächen: Er ersetzt bei Öl- und Gasgeschäften künftig den Petro-Dollar durch den Rubel (mehr hier).

 

 

 

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