Putin gegen Poroschenko: Import-Verbot für Schokolade aus der Ukraine

Russland hat einen Import-Stopp für Schokolade aus der Ukraine verhängt. Noch nicht betroffen sind Produkte aus dem Süßwaren-Imperium des ukrainischen Präsidenten. Die Maßnahme ist offenkundig ein Warnschuss für Poroschenko. Während Putin bei der Schokolade spart, geht des Ausbau von South Stream weiter: Die Pipeline soll die Ukraine umgehen, der österreichische Stahlkonzern Voestalpine erhielt einen Folgeauftrag.

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Schokolade der Marke Roshen aus dem Hause Poroschenko ist noch nicht vom russischen Einfuhrverbot betroffen. (Foto: Roshen)

Schokolade der Marke Roshen aus dem Hause Poroschenko ist noch nicht vom russischen Einfuhrverbot betroffen. (Foto: Roshen)

Russland verhängt nach Angaben der Verbraucherschutzbehörde ein Importstopp für Süßwaren aus der Ukraine. Betroffen seien Produkte der beiden Unternehmen Konti und AVK. Sie hätten gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen. Auch der ukrainische Präsident Poroschenko ist in der Schokoladen-Industrie. Gegen sein Produkt, Roshen-Schokolade, sind offenbar noch keine Untersuchungen eingeleitet worden.

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat dagegen einen Folgeauftrag für die umstrittene russische Pipeline South Stream erhalten. Das Unternehmen liefere bis Frühjahr 2015 120.000 Tonnen Bleche für die zweite Röhre der Leitung, die Europa unter Umgehung der Ukraine mit russischem Gas versorgen soll. Der Auftrag sei nicht von den westlichen Sanktionen gegen Russland betroffen, erklärte die Firma am Freitag.

Voestalpine hatte den Auftrag über den russischen Partner OMK bekommen, der Röhren für den zweiten Pipelinestrang liefert. Dieser werde rund die Hälfte seines Bedarfs von Grobblech von dem Linzern Konzern beziehen. Voestalpine hatte auch Bleche für den ersten Röhrenstrang geliefert.

Ria Novosti berichtet unterdessen von einem Schreiben europäischer Unternehmer, in welchen an Russland und die EU appelliert werde, die Wirtschaft aus dem Konflikt herauszuhalten. Ria berichtet:

Die Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB) hat die Staats- und Regierungschefs der EU, Russlands und der Ukraine zum Schutz ausländischer Anleger vor weiteren Sanktionen aufgefordert. Ein entsprechendes Schreiben richtete die AEB am Donnerstag an die führenden Repräsentanten der 28 EU-Länder sowie an die Präsidenten Russlands und der Ukraine. „Unter unseren Mitgliedern gibt es global operierende Unternehmen, die ihre Geschäfte in Sektoren abwickeln, die durch Sanktionen direkt betroffen werden könnten.

Derartige Maßnahmen würden einen ernsthaften Rückgang der Produktion und der Zahl der Arbeitsplätze zur Folge haben, aber auch Lieferanten und Händler schwer treffen, die in diesen Branchen aktiv sind“, hieß es in dem Schreiben. „Das alles wird nicht nur dem Business der unter Sanktionen fallenden Unternehmen schaden. Das wird sich auch negativ auf Budgeteinnahmen auswirken, weil weniger Steuern und sonstige Pflichtgebühren gezahlt werden. Deshalb bittet die AEB die Behörden der EU und Russlands mit Nachdruck, ausländische Unternehmen vor weiteren Gegenmaßnahmen zu schützen.“

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