Frankreich: Marine Le Pen liegt bei Stichwahl erstmals vor Francois Hollande

Wenn es in Frankreich am Sonntag zu einer Stichwahl zwischen Marine Le Pen und Francois käme, würde Le Pen neue französische Präsidentin werden - und zwar deutlich. Anders sieht es mit den Konservativen aus. Doch deren Chancen, überhaupt in die Stichwahl zu kommen, stehen schlecht.

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Eine Umfrage des Figaro sorgt im politischen Paris für Aufregung: Erstmals liegt die Spitzenkandidatin des Front National, Marine Le Pen, vor Francois Hollande. In einer Stichwahl würden 54 Prozent der Franzosen für Le Pen stimmen, nur 46 Prozent kann Hollande erreichen.

Würde der konservative François Fillon in die Stichwahl kommen, würde er dagegen Le Pen besiegen – wie auch die anderen möglichen Kandidaten Alain Juppé oder Nicholas Sarkozy. Doch das Problem der durch einen Parteispendenskandal erschütterten UMP: Sie kommt im ersten Wahlgang mit Fillon nur auf 17 Prozent – und hat zumindest nach der Figaor-Umfrage nur dann eine Chancen, im ersten Durchgang auf Platz 2 zu kommen, wenn Juppé oder Sarkozy antreten. In jedem Fall sieht die Umfrage beim ersten Wahlgang Le Pen als Siegerin, und zwar unabhängig davon, wenn die UMP aufstellt.

Der Stern der französischen Sozialisten scheint dagegen vollständig zu er verglühen. Das liegt an Le Pen, aber es liegt auch am linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon, der auf 10 Prozent kommt und die Sozialisten damit auf deutlich unter 20 Prozent drückt.

Hollande tut jedoch weiter alles, damit der Absturz beschleunigt wird. Seine Popularität sank auf 13 Prozent – so wenig Vertrauen in einen Staatschef gab es bei diesem Polit-Barometer noch nie.

Der Grund ist eine katastrophale Politik: Nur neun Tage nach der Bildung der zweiten Regierung von Premierminister Manuel Valls musste bereits ein Staatssekretär seinen Stuhl räumen. Auch das sei ein Rekord, wie französische Medien am Freitag festhielten. Der für Außenhandel zuständige Thomas Thévenoud war unter den Verdacht der Steuerhinterziehung geraten und musste am Donnerstagabend abtreten. Er räumte danach Unregelmäßigkeiten ein.

Die vergangenen Tage hatten außerdem im Zeichen der Enthüllungen gestanden, die Hollandes frühere Partnerin Valérie Trierweiler über ihr Leben mit dem Präsidenten veröffentlicht hatte. Nach der Umfrage des Instituts TNS Sofres ging das Vertrauen der Franzosen in Hollande in den vergangenen zwei Monaten um weitere fünf Prozentpunkte auf den neuen Tiefstwert zurück. Auch Valls befindet sich im Sinkflug: Er gab 14 Prozentpunkte ab, mit dem Ergebnis, dass ihm noch 30 Prozent der Befragten vertrauen.


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