Studie: Globalisierung rottet Sprachen-Vielfalt aus

Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Globalisierung das Aussterben von Sprachen beschleunigt. Minderheitensprachen geraten nicht nur in entlegenen Ländern in Bedrängnis, sondern auch in Europa und den USA.

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Forscher von der University of Cambridge fürchten um die globale Sprachvielfalt. Gerade in den Staaten mit dem größten ökonomischen Fortschritt, würde der Sprachschatz von Minderheiten zusehends verschwinden. Sie fordern daher weitreichendere Bemühungen als bisher, um diese vor dem Aussterben zu schützen.

„Weltsprachen gehen derzeit schnell verloren. Das ist eine ernste Situation“, zitiert anders leben Studienautorin Dr. Tatsuya Amano. Im Rahmen ihrer Studie wollte ihr Team wissen, wie sich diese Verluste weltweit verteilen und vor allem, was die Hauptantriebsfedern hierfür sein könnten. Mittels bereits bestehender Datenbanken wurden zunächst die bedrohten Sprachen identifiziert. Dann erfolgte ein Abgleich mit Wachstumsraten und Bruttosozialproduktwerten.

Amano kommt zu dem Fazit, dass sich basierend auf den Kriterien der International Union for Conversation of Nature (IUCN) rund 25 Prozent der derzeit gut 7000 gesprochenen Sprachen weltweit in Gefahr befinden. Besonders brisant: Je erfolgreicher ein Land wirtschaftlich war, desto schneller gingen seine Sprachen verloren. Beispielhaft sei hier etwa Ober Tanana. Die Sprache würde derzeit von weniger als 25 Personen in Alaska gesprochen, Sie sei in akuter Gefahr für immer zu verschwinden. Sorgenvoll blicken die Wissenschaftler aber auch auf das skandinavische Ume Sami oder Auvergne in Frankreich.

„In entwickelten Volkswirtschaften gibt es meist eine Sprache, die die politischen und pädagogischen Bereiche eines Landes dominiert“, so Amano. Die Menschen würden entsprechend dazu gezwungen, sich diese Sprache anzueignen. Täten sie das nicht, blieben sie in der jeweiligen Gesellschaft außen vor – politisch und wirtschaftlich.


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