Apple stellt zwei größere iPhones und die Apple Watch vor

Apple folgt dem Trend der Mitbewerber und vergrößert den Bildschirm des iPhone. Als nächstes möchte der Konzern den Uhrenmarkt aufmischen.

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Die klassische Ausführung. (Foto: Apple)

Die klassische Ausführung. (Foto: Apple)

Die Apple Watch mit Karte. (Foto: Apple)

Die Apple Watch mit Karte. (Foto: Apple)

Die neuen iPhones: Dünner und größer. (Foto: Apple)

Die neuen iPhones: Dünner und größer. (Foto: Apple)

Phil Shiller mit den neuen Geräten.

Phil Shiller mit den neuen Geräten.

Die Entwicklung der Aktie nach den Ankündigungen. (Grafik: Ariva)

Die Entwicklung der Aktie nach den Ankündigungen. (Grafik: Ariva)

Apple steigt ins Geschäft mit Computeruhren ein. Konzernchef Tim Cook präsentierte am Dienstag die seit langem erwartete Computeruhr Apple Watch. Sie soll verschiedene Smartphone-Funktionen übernehmen. Es ist der erste Vorstoß des Konzerns in eine neue Produktkategorie seit dem iPad-Tablet vor über vier Jahren. Außerdem stellte Apple zwei iPhone-Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen und ein mobiles Bezahlsystem vor, das der herkömmlichen Brieftasche Konkurrenz machen soll.

Die Uhr war die wichtigste Neuheit des Abends. Sie soll zum Beispiel das Wetter anzeigen, als Stoppuhr dienen und Gesundheitsdaten sammeln. Man kann Anrufe starten und beantworten, Kurznachrichten diktieren und auch die Musik-Wiedergabe steuern. Die Uhren können auch direkt untereinander kommunizieren. Man kann sie in einigen Hotels als Zimmerschlüssel benutzen und sich Informationen zu einem Flug anzeigen lassen. «Wir glauben, dass dieses Gerät neu definieren wird, was die Menschen von dieser Produktkategorie erwartet», sagte Cook.

Die Uhr soll es in zwei Größen geben, sie hat einen quadratischen Bildschirm mit abgerundeten Ecken. In der hochwertigsten Version ist das Gehäuse vergoldet. Mit Rücksicht auf das kleine Display sei eine komplett neue Bedienung entwickelt worden. Die Steuerung läuft zum Teil über den von herkömmlichen Uhren bekannten Drehknopf an der Seite. Er dient zur Navigation auf dem Bildschirm und übernimmt auch die Rolle des Home-Buttons.

Die Uhr braucht für ihre Funktionen die Verbindung zu einem iPhone. Sie funktioniert mit Apple-Handys ab dem zwei Jahre alten Modell iPhone 5. Die einzelnen Apps werden mit runden Symbolen angezeigt. Die Uhr wird Anfang kommenden Jahres ab 349 Dollar verfügbar sein.

Die Funktionen der Uhr erinnern an bisherige Modelle unter anderem von Samsung, LG und Motorola. Bei den Computeruhren kritisierten Branchenbeobachter oft die Bedienung und die Batterielaufzeiten. Es wird sich zeigen, ob es Apple gelingt, die Kunden von seiner Vision zu überzeugten. Cook muss mit der Computeruhr beweisen, dass er die Fußstapfen seines großen Vorgängers Steve Jobs ausfüllen kann.

Apple präsentierte wie erwartet auch zwei größere iPhone-Modelle mit Display-Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll (knapp 12 und knapp 14 cm). Sie heißen iPhone 6 und iPhone 6 Plus und kommen am 19. September auf den Markt. «Sie sind größer, sie sind viel größer», sagte Marketingchef Phil Schiller. Konkurrierende Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android haben schon länger größere Displays. Apple sperrte sich bisher gegen diesen Trend.

Die finale Fassung von iOS 8 wird am 17. September verfügbar sein – und zwar für jene Geräten, die bereits iOS 7 unterstützen. Auch auf dem iPad 2 kann iOS 8 installiert werden. Auf dem iPhone 4 wird das Betriebssystem dagegen nicht laufen.

Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt. Es macht rund die Hälfte des Geschäfts des Konzerns aus. Apples Anteil am weltweiten Smartphone-Markt war zuletzt auf zwölf Prozent abgerutscht. Samsung ist mit seinen Android-Handys der weltweite Marktführer. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Apple mit den neuen Modellen im Weihnachtsgeschäft deutlich aufholen dürfte.

Zudem stellte Apple eine digitale Geldbörse im neuen iPhone 6 vor. Sie ist als Alternative zu Bankkarten und Bargeld gedacht. Damit soll es reichen, das Telefon an das Lesegerät an der Kasse zu halten und die Zahlung per Fingerabdruck auf dem iPhone-Sensor zu bestätigen. Das System heißt Apple Pay. Es nutzt den Nahfunk-Standard NFC, auf den die Finanzbranche bei mobilen Bezahldiensten setzt. Apple Pay wird zunächst nur in den USA eingeführt.

Apple sammele dabei keine Daten, betonte iTunes-Chef Eddy Cue. «Apple weiß nicht, was Sie gekauft haben, wo Sie es gekauft haben und wie viel Sie dafür bezahlt haben.» Auch mit dem Händler würden dabei keine Karten-Informationen geteilt. Der Konzern nannte als Partner die Kreditkarten-Konzerne Mastercard, Visa und American Express sowie mehrere US-Banken. Die Finanzbranche und Mobilfunk-Anbieter versuchen seit Jahren, eine digitale Brieftasche im Smartphone zu etablieren. Apple wird zugetraut, den Bemühungen einen kräftigen Schub zu geben.

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