Putin drosselt Erdgas: E.ON meldet „verringerte Liefermengen“

Der deutsche Energieversorger E.ON meldet verringerte Liefermengen aus Russland. Zuvor hatte bereits Polen festgestellt, dass die Russen das Erdgas offenbar drosseln. Grund zur Sorge bestehe jedoch nicht, weil die Speicher ausreichend gefüllt seien.

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Der deutsche Versorger E.ON erhält derzeit weniger Gas aus Russland. Es gebe „verringerte Liefermengen“, erklärte ein Firmensprecher am Mittwoch. Die Gründe dafür ließ das Unternehmen offen. Wegen gut gefüllter Gasspeicher sei das aber nicht besorgniserregend.

Zuvor hatte bereits Polen erklärt, im Wochenverlauf mindestens 20 Prozent weniger Gas aus Russland bekommen zu haben. Der polnische Energiekonzern PGNiG hatte einen deutlichen Rückgang der Erdgaslieferungen aus Russland festgestellt. Seit Montag seien die Lieferungen um 20 bis 24 Prozent geringer als in den Vereinbarungen mit dem russischen Energiekonzern Gazprom festgelegt, hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung des Unternehmens. Betroffen seien alle drei Gasleitungen, die Polen über Weißrussland und die Ukraine mit Erdgas versorgten. Es werde nun geklärt, ob es sich um ein technisches Problem oder eine Drosselung der Lieferung handele. Die fehlenden Liefermengen könnten über andere Gaslieferungen kompensiert werden, versicherte das Unternehmen. Polen gehört derzeit zu den lautesten Kritikern des russischen Kurses im Ukraine-Konflikt.

Die Nachrichtenagentur RIA Novosti dementiert allerdings, dass es eine Drosselung gibt:

„Die Berichte von Nachrichtenagenturen über eine Reduzierung der Gaslieferungen an das polnische Unternehmen PGNiG durch Gazprom sind nicht korrekt. Es werden die gleichen Mengen Gas wie an den vorangegangenen Tagen – 23 Millionen Kubikmeter pro Tag – nach Polen geliefert“, sagte ein Gazprom-Sprecher am Mittwoch in Moskau zu Journalisten. Auf die Frage nach den Ursachen, warum die faktischen Gaslieferungen unter den von Polen bestellten Mengen gelegen hätten, sagte der Sprecher: „Die Gaslieferungen in allen Richtungen erfolgen je nach den momentan vorhandenen Exportressourcen.“

Nach Einschätzung einiger Länder könnte Moskau seine vorherrschende Stellung am europäischen Gasmarkt als Druckmittel im Konflikt mit dem Westen in der Ukraine-Krise einsetzen. Der russische Monopolist Gazprom liefert etwa ein Drittel des in Europa benötigten Gases.

Der Gas-Krieg mit Russland könnte vor dem Winter eine neue Dynamik erhalten.

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