Ukraine: Bürgermeister Vitali Klitschko fordert deutsche Hilfe beim Mauerbau

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat die Deutschen um ihre Hilfe beim Mauerbau gegen Russland gebeten. Er nannte als Bespiele Geld und Know-How. Wenig später versuchte sein Sprecher, die Sache wieder einzufangen: Wegen seines schlechten Deutschs habe sich Klitschko missververständlich ausgedrückt. Am Freitag erhielt Klitschko in Potsdam einen Medienpreis verliehen.

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Die Deutsche Presse Agentur (dpa) meldet um am Freitag, 12.09.2014, um 15:13 Uhr:

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat Deutschland um Hilfe für den Bau einer Mauer an der Grenze der Ukraine zu Russland gebeten. «Wir würden uns richtig freuen, Unterstützung von allen Freunden der Ukraine zu bekommen», sagte Klitschko am Freitag in Berlin. Aus Deutschland sei dabei Hilfe «jeder Art» willkommen. Klitschko – ein Weggefährte von Präsident Petro Poroschenko – nannte als Beispiele finanzielle Unterstützung und Hilfe durch «Know-How».

Klitschko rechtfertigte die Mauerpläne damit, dass es darum gehe, die Separatisten im Osten des Landes von weiterem Nachschub an Waffen und Kämpfern abzuschneiden. Ziel sei nicht ein «Mauerbau zwischen Völkern», sondern der Schutz vor Aggression. Die Mauer soll nach den Plänen der ukrainischen Regierung bis zu 2300 Kilometer lang werden. Zudem solle es auf knapp 1500 Kilometer Länge einen Graben geben.

Deutschland war von 1961 bis 1989 durch eine Mauer (Berlin) beziehungsweise einen Zaun getrennt. Dieses fast unüberwindliche Hindernis hatte die DDR errichtet.

Die dpa um 16:51 Uhr:

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat seine Äußerungen zu deutscher Hilfe beim Bau einer Mauer entlang der Grenze zwischen der Ukraine und Russland zurechtgerückt. Ein Sprecher Klitschkos sagte am Freitag in Berlin: «Es liegt an seinem Deutsch. Aufgrund seines schlechten Deutschs hat er sich missverständlich ausgedrückt.» Klitschko habe nur zum Ausdruck bringen wollen, dass Deutschland die Ukraine mit den Erfahrungen unterstützen solle, die es nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung gesammelt habe.

Angela Merkel hatte Klitschko ursprünglich als Kandidaten für den Posten eines Premierministers der Ukraine vorgesehen. Doch die Amerikaner entschieden sich für Arseni „Jaz“ Jazenjuk, dessen professionelle Fähigkeiten die USA überzeugt hatten.

Update: Klitschko hat am Freitagabend einen Medienpreis in Potsdam erhalten, der von der Organisation M100 durchgeführt wird. Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, hielt die Laudation. Die Bild berichtet:

Auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (58, SPD) lobte den Freiheitskampf des ukrainischen Ex-Box-Weltmeisters. Klitschkos Auszeichnung sei eine „gute Wahl und ein wichtiges Zeichen der Solidarität und der Ermutigung“.

Die Organisation erhält unter anderem Steuergelder aus Berlin, vom Auswärtigen Amt, der Stadt Potsdam und dem Land Brandenburg.

Der Beirat von M100 besteht aus:

Jann Jakobs, chairman
Lord Weidenfeld, co-chairman
Stefan Aust
Dr. Hugo Bütler
Stephan-Andreas Casdorff
Ulrich Deppendorf
Kai Diekmann
Dr. Mathias Döpfner
Prof. Ernst Elitz
Dr. Peter Frey
Baroness Kennedy QC
Roger Köppel
Christoph Lanz
Giovanni di Lorenzo
Mathias Müller von Blumencron
Dr. Klaus Rost
Dr. Frank Schirrmacher †
Dr. Rachel Salamander
Fürst Karl zu Schwarzenberg
Louis Schweitzer
Andrea Seibel
Dr. Uwe Vorkötter
Dr. Wolfram Weimer


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