Weik und Friedrich: „Die Verursacher der Krise sind die größten Gewinner der Krise“

Die Politik hat sich von den Bürgern entfernt - in Berlin genauso wie in Brüssel. Die Bestseller-Autorn Matthias Weik und Marc Friedrich kritisieren, dass die Krise nicht zu einem Umdenken geführt hat. Banken und Regierungen haben durch die niedrigen Zinsen profitiert, Sparer und Steuerzahler bezahlen die Rechnung wie gehabt.

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Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Eine Studie hat gerade ergeben, dass die größte Angst der Deutschen die Euro-Krise ist. Sind die Deutschen intelligenter als ihre Politiker?

Matthias Weik und Marc Friedrich: Ja, offenbar, denn sie hören zurecht auf ihr Bauchgefühl – und die Fakten sowie die immer wieder aufkeimenden Krisenherde geben den Bürgern ja recht. Nichts wurde gelöst, nichts ist vorbei – ganz im Gegenteil. Dies haben wir im aktuellen Buch mit etlichen Fakten aufgezeigt. So pervers es auch klingen mag, aber aus den Krisenverursachern sind die Krisengewinner geworden. Damit ist der Finanzbranche zusammen mit der Politik etwas Unglaubliches gelungen: Nämlich uns alle die Krisenkosten bezahlen zu lassen und die eigene Macht zu zementieren.

So wurde vor der EU Wahl regelrecht alles endlos schön geredet und ein sagenhaftes Lügengebilde aufgebaut. Kurz nach der Wahl kamen dann die bitteren Wahrheiten doch ans Licht. Ganz nach dem Motto von Ayn Rand: „Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren“ Die EZB hat nun schon zweimal die Zinsschraube weiter nach unten gedreht auf ein historisches Tief und damit die Enteignung der Bürger weiter vorangetrieben. Zudem Minuszinsen bei den Banken implementiert. Wie von uns prophezeit steht die Französische Regierung vor dem Aus, und Marie Le Pen von der Front National steht in den Umfragen weit vorne. Die Arbeitslosenzahlen in Italien und Frankreich steigen immer weiter und verharren in Griechenland, Spanien und Portugal auf hohen Niveaus. Den Vogel aber schießt die Troika ab: In Portugal mußte die Bank Espirito Santo mit mehreren Milliarden gerettet werden, und das obwohl die Troika seit 2011 ihr Unwesen in Portugal treibt und alle Banken des Landes auf Herz und Niere geprüft haben will.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die AfD könnte einer neuen Umfrage zufolge bei Bundestagswahlen bis zu 22 Prozent der Stimmen erreichen – kommt in Deutschland die Wende in der Euro-Politik?

Matthias Weik und Marc Friedrich: Nein, den dies werden die Politiker, Banken und Konzerne nicht zulassen. Essentiell hierfür ist: Ein jeder Staat finanziert sich einerseits durch Steuereinnahmen und andererseits über den Verkauf von Schuldscheinen (Staatsanleihen), für die wir Bürger gerade stehen. Und 99 Prozent dieser Schulden hat der Staat bei der Finanzbranche, die diese aufkauft und damit ihre Investmentprodukte bestückt. Aus diesem Grund hat sich auch nicht wirklich etwas seit der Krise 2008 in der Finanzwelt geändert, denn man braucht sich und hilft sich gerne gegenseitig. Napoleon hat es pointiert auf den Punkt gebracht mit den Worten: „Die Hand, die gibt, steht immer über der Hand, die nimmt.“ Aus diesem Grund haben wir leider wenig Hoffnung das die Parteien unabhängig von ihrer Couleur tiefgreifend etwas im bestehenden System ändern werden, wollen oder können.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Der Wirtschafts-Krieg gegen Russland schafft der Wirtschaft zusätzliche Probleme. Was denken sich die Politiker dabei?

Matthias Weik und Marc Friedrich: Das ist eine sehr gute Frage und das fragen wir uns auch. Insgesamt ist es ein brandgefährliches Spiel, bei dem alle nur im Endeffekt verlieren können. Die Faktenlage ist undurchsichtig und es stehen zu viele offene Fragen noch im Raum. Die breiten Medien berichten einseitig und parteiisch, was nachdenklich stimmt. Auch hier hoffen wir, daß die Bürger auf ihr Bauchgefühl hören und sich nicht verleiten oder gar instrumentalisieren lassen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Erreichen die Bürger die Regierung überhaupt noch?

Matthias Weik und Marc Friedrich: Nein, die Politiker Kaste hat sich zu weit von der Realität entfernt und mit der EU wurde dies weiter potenziert. Die Menschen fühlen sich weder in Berlin noch in Brüssel vertreten. Dafür gibt es etliche Beispiele. Über 70% der Deutschen waren gegen die Rettungspakete, trotzdem wurden sie abgesegnet. Über 80% der Deutschen waren für eine Aufnahme von Edward Snowden als politisch verfolgtem Flüchtling – trotzdem wurde dies in Berlin nicht gehört, um wohl den großen Bruder mit den noch größeren Lauschern nicht zu brüskieren.

Summa summarum: Die Politik dient nicht mehr den Menschen, die sie gewählt haben, sondern ist vor allem ausführendes Organ der Wirtschaft.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sie treten demnächst das erste Mal in der Bundespressekonferenz auf. Was wollen Sie erreichen?

Matthias Weik und Marc Friedrich: Unsere Intention ist es stets unsere Mitmenschen über die tatsächlichen Zusammenhänge zu sensibilisieren und über die aktuellen Fakten zu informieren.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Warum eigentlich nicht Bundeskanzler Weik und Vizekanzler Friedrich?

Matthias Weik und Marc Friedrich: Hahaha! Da wir den Menschen nur unangenehme Wahrheiten sagen und auch keine leeren Versprechen abliefern oder teuere Wahlgeschenke machen würden, stehen die Chancen relativ schlecht gewählt zu werden.

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