BIZ warnt vor trügerischer Ruhe auf den Finanzmärkten

Die lockere Geldpolitik der Notenbanken sorgt dafür, dass die Anleger auf der Suche nach etwas Rendite die Preise an den Märkten in die Höhe treiben. Die trügerische Ruhe auf den Finanzmärkten ist dafür verantwortlich, dass Investoren immense Risiken aufgebaut haben. In Deutschland etwa sind die Immobilienpreise in den Großstädten seit 2008 um 45 Prozent gestiegen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor dem nächsten Finanz-Crash.

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Die Zahlen der Deutschen Bundesbank zeigen eine Preiserhöhung für Häuser in Deutschland um 45 Prozent seit dem Jahr 2008. (Grafik: BIZ)

Die Zahlen der Deutschen Bundesbank zeigen eine Preiserhöhung für Häuser in Deutschland um 45 Prozent seit dem Jahr 2008. (Grafik: BIZ)

An den weltweiten Finanzmärkten kommt es nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) derzeit zu ungewöhnlich geringen Schwankungen. In ihrem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht weist das in Basel ansässige Institut zudem darauf hin, dass Anleger auf der Suche nach einträglichen Renditen im Niedrigstzins-Umfeld die Preise an den Märkten immer mehr in die Höhe trieben.

Dies sei eine Folge der extrem lockeren Geldpolitik von Notenbanken weltweit. Damit deutete die BIZ eine Gefahr an, auf die sie in jüngster Zeit bereits hingewiesen hatte: Dass eine aus ihrer Sicht trügerische Ruhe an den Märkten derzeit verdecken könnte, dass einige Investoren inzwischen längst immense Risiken aufgebaut hätten.

Zuvor hatte die Bank davor gewarnt, dass das gegenwärtige Wachstum auf den Immobilien- und Kreditmärkten einiger Länder nicht von Dauer sein könne:

Der Quartalsbericht der BIZ beschreibt unter anderem die Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland. Die Preise für Wohnungen in den großen Städten sind seit dem Jahr 2008 um 45 Prozent gestiegen.

International haben sich die Preise für Häuser in den letzten Monaten stärker auseinanderentwickelt, als es kurz nach der Finanzkrise der Fall war.

Im Jahresvergleich steigen die Preise für Wohnimmobilien um 9,5 Prozent in den USA und sechs Prozent in Großbritannien. Die Preise für Häuser stiegen um sieben Prozent in Kanada, 7,7 Prozent in Australien und in der Schweiz um rund 2,2 Prozent – alle drei Länder waren von der Finanzkrise nicht stark betroffen. In Ländern, in denen die Finanzkrise besonders zu spüren war, gab es ähnliche Anstiege, wie Irland (7,2 Prozent) und Island (6,4 Prozent).

In Asien stiegen die Immobilienpreise besonders deutlich: etwa in China (13 Prozent), den Philippinen (13 Prozent) oder Malaysia (5 Prozent).

Mit dem Verweis auf die extrem geringen Schwankungen signalisiert die BIZ, dass die Märkte zu starr geworden sind, um künftige Verwerfungen zu verkraften. Die Bank gilt als „Zentralbank der Zentralbanken“ und hat als Drehkreuz für den Austausch von Notenbankern einen Überblick über das Marktgeschehen.

Am Sonntag erklärte die BIZ, die Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten hätten im August zwar vorübergehend zugelegt, weil Anleger sich über politische Krisen Sorgen gemacht und am Wirtschaftswachstum gezweifelt hätten. Diese Bedenken seien aber schon bald in den Hintergrund getreten, als die EZB ihre Zinsen gesenkt und milliardenschwere Konjunkturmaßnahmen ankündigt hatte.


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