Chinesischer Schuh-Hersteller Ultrasonic: Chefs plündern die Kassa und hauen ab

Für einen an der Frankfurter Börse notierten Konzern dürfte das ein Novum sein: Der CEO und ein Vorstandsmitglied haben bei dem chinesischen Schuh-Hersteller die Konten leergeräumt und sind verschwunden. Nun droht dem Unternehmen die Insolvenz und der Frankfurter Börse eine Blamage.

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Der chinesische Schuhhersteller Ultrasonic steht nach dem Verschwinden des Vorstandschefs und großen Teilen des Firmenvermögens vor der Pleite. Die Bank Nomura habe wegen der Vorfälle eine Kreditlinie über 60 Millionen fällig gestellt, teilte Ultrasonic am Donnerstag mit. Dem Unternehmen, das an der Frankfurter Börse gelistet ist, drohe deshalb die Insolvenz. „Die Kreditgeber erklärten sich jedoch zu weiteren Verhandlungen mit Finanzvorstand und Aufsichtsrat bereit, um zu eruieren, ob mögliche insolvenzrechtliche Konsequenzen für die Ultrasonic AG abgewendet werden können“, erklärte das Unternehmen.

Ultrasonic hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Vorstandschef Qingyong Wu und der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Minghong Wu verschwunden seien. Auch überwiegende Teile der liquiden Mittel seien weg. Ultrasonic hat die beiden verschwundenen Vorstände auf einer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch abgerufen, wie die Firma mitteilte. Sie hätten die Kreditlinie „nach neuesten Erkenntnissen des Aufsichtsrats im August in zwei Tranchen abgerufen und den Großteil der Gelder kurz vor ihrer Flucht von Hongkong nach China transferiert“.

Finanzchef Chi Kwong Clifford Chan, der das Unternehmen ursprünglich zum 30. September 2014 verlassen wollte, habe seinen Rücktritt zurückgenommen, teilte Ultrasonic weiter mit. Er werde der Gesellschaft bis auf weiteres in seiner Funktion als Finanzvorstand zur Verfügung stehen und zur Aufklärung der Situation beitragen. Sein designierter Nachfolger, Yeung Man Kin, der sein Amt ursprünglich zum 1. Oktober 2014 antreten wollte, sei im Zuge der jüngsten Ereignisse von seinem Vertrag zurückgetreten. Ultrasonic-Aktien brachen nach der Mitteilung um 27 Prozent auf 1,58 Euro ein.

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