Milliarden-Übernahme: Siemens kauft US-Öltechnik-Konzern Dresser-Rand

Siemens will den amerikanischen Öl- und Gastechnik-Spezialisten Dresser-Rand für knapp sechs Milliarden Euro übernehmen. Anleger reagierten skeptisch auf das hohe Übernahmeangebot: Die Ankündigung hat Siemens-Aktien am Montag ins Minus gedrückt.

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Der Kurs der Siemens-Aktien fiel nach der Ankündigung: Vielen Anlegern scheint der Übernahme-Preis zu teuer. (Grafik: <a href="http://www.ariva.de/siemens-aktie/chart?boerse_id=6&amp;t=week" target="_blank">ariva.de</a>)

Der Kurs der Siemens-Aktien fiel nach der Ankündigung: Vielen Anlegern scheint der Übernahme-Preis zu teuer. (Grafik: ariva.de)

Siemens will den US-Öl- und Gastechnik-Spezialisten Dresser-Rand für umgerechnet knapp sechs Milliarden Euro übernehmen. Die beiden Unternehmen vereinbarten, dass die Münchner alle ausgegebenen und ausstehenden Aktien von Dresser-Rand im Zuge eines freundlichen Übernahmeangebots erwerben, wie Siemens am frühen Montagmorgen mitteilte.

Das Übernahmeangebot für Dresser-Rand hat Siemens am Montag ins Minus gedrückt. Im Frankfurter Frühhandel verloren die Aktien 1,4 Prozent, bei Lang & Schwarz 0,9 Prozent. „Für einige Investoren ist das erst einmal nur eine Übernahme, die viel Geld kostet“, sagte ein Händler. „Fast acht Milliarden Dollar ist schon eine Hausnummer.“ Der US-Öl- und Gastechnik-Spezialisten Dresser-Rand und Siemens vereinbarten, dass die Münchner alle ausgegebenen und ausstehenden Aktien von Dresser-Rand im Zuge eines freundlichen Übernahmeangebots erwerben. Das Angebot beträgt den Angaben nach 83 Dollar je Aktie in bar. Das entspreche einem Gesamtwert von rund 7,6 Milliarden Dollar.

Der Verwaltungsrat der Amerikaner unterstütze die Bar-Offerte einstimmig und habe den Aktionären empfohlen, das Gebot anzunehmen. Zugleich teilte Siemens mit, dass Bosch dem Industriekonzern für drei Milliarden Euro den 50-Prozent-Anteil an dem vor fast einem halben Jahrhundert entstandenen gemeinsamen Hausgeräte-Unternehmen BSH abnehmen wolle.

Dresser-Rand ergänze das bestehende Siemens-Portfolio, insbesondere für die weltweite Öl- und Gasindustrie sowie für die dezentrale Energieerzeugung, teilte Siemens mit. Das Angebot beträgt den Angaben nach 83 Dollar je Aktie in bar. Das entspreche einem Gesamtwert von rund 7,6 Milliarden Dollar. Am Freitag hatte die in New York gelistete Dresser-Rand-Aktie mit 79,91 Dollar geschlossen.

Neben Siemens hatte auch der Schweizer Technologiekonzern Sulzer Interesse an Dresser-Rand signalisiert. Nach Bekanntgabe des Siemens-Angebots habe Sulzer die Gespräche mit Dresser-Rand beendet, erklärte eine Sprecherin am Montag. Damit muss Siemens von den Schweizern keine Konkurrenz mehr fürchten. Medienberichten vom Wochenende zufolge erwog zudem der US-Rivale GE, in den Firmenpoker mit einzusteigen.

Siemens hatte Kennern zufolge immer wieder mit Dresser-Rand verhandelt, war vor einer Übernahme angesichts des hohen Preises bisher aber zurückgeschreckt. Abgesehen vom Preis sei Dresser-Rand aber schon seit längerem ein Traum-Übernahmeziel, hieß es im Siemens-Umfeld. Konzern-Chef Joe Kaeser hatte Dresser-Rand als eine von mehreren interessanten Firmen in Übersee genannt. Der Manager will sein Haus stärker als Lieferant der boomenden Öl- und Gasindustrie in Nordamerika etablieren. Um dort zu reüssieren, verlegt er eigens die Zentrale seiner Energiesparte in die USA.

Siemens geht davon aus, dass die Dresser-Rand-Übernahme bis zum Sommer 2015 unter Dach und Fach ist. Der Verkauf des Anteils an dem Joint Venture BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) soll voraussichtlich im ersten Kalenderhalbjahr 2015 abgeschlossen werden. Das bisherige Gemeinschaftsunternehmen werde dann eine 100-prozentige Tochter der Bosch-Gruppe sein. Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat von Bosch sowie der Vorstand und der Aufsichtsrat von Siemens hätten der Transaktion bereits zugestimmt, teilten die beiden Konzerne mit. Vor der Transaktion erfolge eine zusätzliche Ausschüttung in Höhe von jeweils 250 Millionen Euro von BSH an Siemens und Bosch. Die Kartellbehörden müssen dem Anteilsverkauf aber noch zustimmen.

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