Irakische Politiker: Der Islamische Staat ist eine Erfindung der CIA

Der geplante Militäreinsatz der USA im Irak könnte zu einem Zerwürfnis mit der neuen Regierung in Bagdad führen: Ein stellvertretender Premierminister sagte kryptisch, man wisse, wer den IS gegründet habe. Ein hochrangiger schiitischer Kleriker sagte, der IS seine Erfindung der CIA. Die Amerikaner hatten im Jahr 2013 damit begonnen, die sunnitischen Rebellen gegen den syrischen Machthaber Assad mit Waffen zu unterstützen. Auf diese Weise ist das militärische Gerät in die Hände des IS geraten.

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Im Irak wächst der Widerstand gegen den Einsatz von amerikanischen Bodentruppen im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS). Die New York Times zitiert den stellvertretenden Premierminister Bahaa al-Araji mit den Worten: „Wir wissen wer den Daesh gemacht hat.“ Daesh ist die arabische Abkürzung für den Islamischen Staat (IS). Die NYT ist berichtet weiter, dass der Politiker auf Nachfrage nicht präziser werden wollte. Präziser sei dagegen der schiitische Geistliche Moktada al-Sadr geworden: Er habe in einer Rede gesagt, dass die CIA den IS gegründet habe. Sadr gilt als dem Iran nahestehend. Die Zeitung berichtet weiter, dass zahlreiche Teilnehmer einer Demonstration dieselbe Meinung vertreten, unter ihnen auch Dutzende Abgeordnete im irakischen Parlament.

In der irakischen Bevölkerung herrscht breiter Widerstand gegen den erneuten Einsatz der Amerikaner. Die NYT hat mit einigen Irakern gesprochen, und zitiert einen von ihnen: „Der islamische Staat ist ganz klar eine Schöpfung der Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten versuchen erneut im Irak zu intervenieren und verwenden als Ausrede den Islamischen Staat.“

Die Verdächtigungen der Bevölkerung in Irak kommen nicht von ungefähr: Bereits 2013 hatte die New York Times berichtet, dass die Amerikaner mithilfe des CIA Militärmaterial an die die den syrischen Präsidenten Assad kämpfenden Rebellen geliefert hatten. Hugh Griffiths vom Stockholm International Peace Research Institute schätzte damals, dass etwa 3500 Tonnen militärische Ausrüstung an Rebellen geliefert worden seien. Teilweise wurden die Waffen über die Türkei nach Syrien gebracht.

Offenbar spitzt sich im Land Religionskrieg weiter zu. Die Geistlichen Führer trommeln schiitische Milizen und Freiwillige zusammen, um den Irak ohne amerikanische Hilfe vom IS zu befreien. Man traue Obama nicht, sagte ein Iraki der NYT. Man glaube nicht, dass Obama es wagen würde, erneut im Irak ein zu marschieren, weil er den islamischen Widerstand fürchte.

Der Leiter des Islamischen Staats, Abu Bakr al-Baghdadi, verschärfte seinerseits den Ton: „Die Verschwörung aus Juden, Christen, Schiiten und allen tyrannischen Regimen in den muslimischen Ländern war ohnmächtig, wenn es darum ging, den islamischen Staat von seinem Weg abzubringen. Die ganze Welt sah die Ohnmacht Amerikas und seiner Verbündeten angesichts einer Gruppe von Gläubigen. Die Menschen sehen nun, dass der Sieg von Gott kommen wird und von keiner Armee und ihren Arsenalen verhindert werden kann.“

Die USA haben einen Vorschlag des Irans ausgeschlagen, im Gegenzug für Zugeständnisse bei seinem Atomprogramm den Kampf gegen die Extremisten des Islamischen Staates (IS) zu unterstützen. Die Bemühungen, den Iran zur Aufgabe seines umstrittenen Atomprogramms zu bewegen, liefen „vollständig getrennt“ von den Anstrengungen des US-Präsidenten Barack Obama, eine Koalition gegen IS zu schmieden, sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes, Josh Earnest, am Montag in Washington. Die USA würden die militärischen Aktivitäten der Koalition nicht mit dem Iran abstimmen, sagte Earnest. Auch Geheimdienstinformationen würden nicht ausgetauscht.

Iranische Regierungsvertreter hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Führung in Teheran sei bereit, die USA und ihre Verbündeten im Kampf gegen die IS-Miliz zu unterstützen. Dafür müsse es aber Zugeständnisse im Atomstreit gegeben. Der Iran sei ein sehr einflussreiches Land in der Region und könne bei der Bekämpfung des IS helfen. Der Iran ist ein wichtiger Verbündeter der Regierungen in Syrien und im Irak, wo die IS-Miliz weite Teile unter ihre Kontrolle gebracht hat.

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