Deutsche kaufen weniger Fernseher: Liegt es an der Wirtschaft oder am Programm?

Die Deutschen sind zu großen Anschaffung wie Fernsehern oder Möbeln derzeit nicht bereit. Der Index für den privaten Konsum fiel um 0,3 Prozentpunkte auf den tiefsten Stand seit Februar. Das Kaufverhalten zeigt die Verunsicherung über die wirtschaftliche Situation durch die derzeitigen Konflikte.

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Die Entwicklung des Konsumklimaindikators im Verlauf der letzten Jahre. (Grafik: GfK)

Die Entwicklung des Konsumklimaindikators im Verlauf der letzten Jahre. (Grafik: GfK)

Das Kaufverhalten der Bürger in Deutschland zeigt eine deutliche Verunsicherung. Zum  zweiten Mal in Folge fiel der Index, mit dem die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) den Konsum in Deutschland misst. Für Oktober prognostiziert der Gesamtindikator 8,3 Punkte nach 8,6 Punkten im September. Dabei gehen sowohl die Einkommens- und Konjunkturerwartung wie auch die Anschaffungsneigung etwa im gleichen Umfang zurück. Das Minus liegt jeweils zwischen sechs und sieben Punkten.

Mit der Anschaffungsneigung lässt die Bereitschaft nach, teure Güter wie Möbel oder Fernseher zu kaufen. Denn dieser Stimmungsindikator zeigt an, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen, ob sie das nötige Geld dafür besitzen und auch eine Notwendigkeit dafür sehen. Hierbei geht es ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern. So sieht es zumindest die Gesellschaft für Konsumforschung. Ob die Abwendung vom Fernsehapparat an den mitunter doch sehr mäßigen Programmen liegt, kann der Indikator nicht erheben.

„Es zeigen sich erste Anzeichen von Verunsicherung bei den Verbrauchern“, sagte GfK-Fachmann Rolf Bürkl. Diese blicken skeptischer auf die Konjunktur und ihre künftigen Finanzen. „Vor allem die internationalen Krisen scheinen das Konsumklima derzeit zu bremsen.

Damit zeigt sich, dass die schlechten Nachrichten nun spürbar bei den Konsumenten angekommen sind. Das GfK-Barometer war im vergangenen Monat erstmals seit Januar 2013 gesunken. „Die anhaltend angespannte geopolitische Lage hat den Optimismus weiter schwinden lassen“, betonte Bürkl. Ökonomen hatten für die September-Umfrage einen geringeren Rückgang auf 8,5 Zähler erwartet.

Sollten sich die internationalen Konflikte verschärfen, könnten sich auch „die bislang hervorragenden Rahmenbedingungen im Inland verschlechtern“, sagte Bürkl mit Blick auf wachsende Beschäftigung, niedrige Inflation und steigende Einkommen. „In diesem Falle besteht die Gefahr, dass der private Konsum seine Rolle als wichtige Stütze der Konjunktur verlieren würde.“

Zuletzt hatte auch das Ifo-Geschäftsklima eine Verschlechterung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft angezeigt. Die Stimmung in den Chefetagen sank bereits den fünften Monat in Folge und ist nun so schlecht wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft erstmals seit gut einem Jahr geschrumpft. Auch für das zu Ende gehende Sommer-Quartal rechnen die meisten Experten nur mit einer Stagnation oder einem leichten Wachstum.

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