MH17: Russland verlangt Offenlegung der Flüge von ukrainischen Kampf-Jets

Russland fordert weiter eine Aufklärung des Abschusses von Flug MH17. Die russische Luftfahrtbehörde hat den internationalen Ermittlern Aufzeichnungen zukommen lassen, die belegen sollen, dass sich in der Nähe der Boeing 777 ein ukrainischer Kampfjet befunden haben soll. Moskau fordert nun die Offenlegung der Radar-Aufzeichnungen der Flüge der ukrainischen Luftwaffe.

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Die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtet, dass Russland gefordert habe, den Flugplan der ukrainischen Luftwaffe am Tag des Abschusses der Boeing 777 der Malaysian Airlines Flug MH17 offenzulegen. Die Luftfahrtbehörde Rosaviazia habe an die zuständige internationale Ermittlungskommission einen entsprechenden Brief gerichtet. In dem Brief würden die Ermittler aufgefordert, die Flüge der ukrainischen Militärflugzeuge am 17. Juli im Kampfgebiet im Osten des Landes zu analysieren, die Betriebsfähigkeit der ukrainischen Radare zu überprüfen sowie die entsprechenden Kontrolldaten der ukrainischen Luftverteidigung auszuwerten.

Vier Tage nach der Katastrophe hatte der russische Generalstab seine Radardaten veröffentlicht. Die Russen wollen Belege haben, dass ein ukrainischer Kampfjet kurz vor der Katastrophe unweit der malaysischen Verkehrsmaschine geflogen war. Außerdem soll das ukrainische Militär am Absturztag deutlich mehr Radare als gewöhnlich betrieben haben. Der Generalstab übergab das gesammelte Material an die internationalen Ermittler und rief die USA auf, ebenfalls ihre Satellitenaufnahmen und andere Angaben offenzulegen.

Die Bundesregierung weigert sich, die ihr vorliegenden Geheimdienstunterlagen freizugeben. Es ist bisher nicht bekannt, welche Kommunikation die ukrainische Luftraumüberwachung mit anderen Flugzeugen in der Umgebung von MH17 geführt hatte.

Die Hinterbliebenen der deutschen Opfer wollen Klage gegen die ukrainische Regierung einreichen. Sie sei für die Sicherheit des Überflugs über ihr Territorium verantwortlich gewesen und sei ihrer Verantwortung nicht nachgekommen.


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