Russland-Sanktionen: EU-Steuerzahler müssen 165 Millionen Euro für Agrar-Sektor zahlen

Das erste EU-Programm zur Stützung von Lebensmitteln musste wegen missbräuchlicher Nutzung gestoppt werden. Niemand weiß, wieviel von den versprochenen 125 Millionen Euro in dunklen Kanälen versickert sind. Nun legt die EU nach - und will 165 Millionen Euro in den Agrar-Sektor pumpen, um den Schaden durch die Russland-Sanktionen auszugleichen. Wohin das Geld geht, kann auch hier niemand kontrollieren.

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Als Reaktion auf die Moskauer Importbeschränkungen für viele Lebensmittel hat die EU-Kommission ein neues Programm für den europäischen Agrarsektor beschlossen. Sie will bis Ende des Jahres 165 Millionen Euro bereitstellen, um Erzeugern leicht verderblicher Obst- und Gemüsesorten zu helfen, wie die Brüsseler Behörde am Montagabend mitteilte. Die EU-Kommission hatte ein früheres Hilfsprogramm im Umfang von 125 Millionen Euro ausgesetzt, weil es Anhaltspunkte für missbräuchliche Nutzung gab.

Durch das Programm will Brüssel das Angebot auf dem europäischen Markt verringern und so einen Einbruch der Preise verhindern. Förderung gibt es etwa für die kostenlose Verteilung oder Kompostierung von Obst und Gemüse. Das Geld ist vor allem für jene zwölf Länder gedacht, die im Herbst und Winter (teils auch Frühling) 2011, 2012 und 2013 die größten Mengen nach Russland ausgeführt hatten. Brüssel will Erzeugern von Äpfeln und Birnen, Zitrusfrüchten, Karotten, Gurken, Paprika, Tomaten, Kiwis, Pflaumen und Tafeltrauben helfen.

«Diese Marktstützungsmaßnahmen werden eine kurzfristige Erleichterung bringen», erklärte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos.

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