US-Behörden messen Körpertemperatur bei Einreise aus Ebola-Staaten

Das Ebola-Virus führt zu neuen verschärften Einreise-Modalitäten in die USA: Bei Reisenden aus Ländern, in denen Ebola aufgetreten ist, wird die Körpertemperatur gemessen. Die Reisenden müssen sich einer intimen Befragung unterziehen. Vorerst dürften nur drei afrikanische Staaten betroffen sein. Doch schon bald könnten Deutschland und Spanien folgen, weil es auch in diesen Ländern Ebola-Fälle gegeben hat.

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Die USA verschärfen die Kontrollen für Passagiere, die aus Ebola-Gebieten in die Vereinigten Staaten kommen. Bei Reisenden, die aus Liberia, Sierra Leone oder Guinea kämen, werde die Körpertemperatur mit einem Hand-Scanner gemessen. Das teilte ein Sprecher des Weißen Hauses am Mittwoch mit. Zunächst gelten die Maßnahmen für JFK International in New York und die internationalen Flughäfen von Newark, Washington Dulles, Chicago und Atlanta. Die Maßnahmen beginnen am Samstag.

Außerdem müssten die Reisenden spezielle Fragen beantworten. Die Maßnahmen sollen einem CNN-Bericht möglicherweise auch auf Passagiere ausgeweitet werden, die aus anderen Ländern kommen, die mit Ebola in Berührung gekommen sind. Das könnte dann schon bald auch Deutsche und Spanier betreffen, weil auch hier Ebola-Fälle gemeldet sind.

Nach der Ebola-Infektion einer Pflegehelferin in Madrid haben Politiker und Experten ein Ausbrechen der Seuche auch in Europa allerdings für äußerst unwahrscheinlich erklärt. «Wir werden diese Situation überwinden», versprach Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy am Mittwoch. In Brüssel erklärte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg: «Die Ebola-Krise ist eine Krise, die sich in einigen afrikanischen Ländern abspielt.» Es sei sehr unwahrscheinlich, dass so etwas in Europa passiere. In Deutschland wurde der dritte Ebola-Kranke aus Westafrika zur Behandlung erwartet. Er sollte am Donnerstag in Leipzig eintreffen.

Die Zahl der registrierten Ebola-Toten in Westafrika wächst unterdessen weiter. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben in Guinea, Liberia und Sierra Leone 3857 Menschen an der Seuche. Die Zahl der gemeldeten Infizierten in den drei Ländern stieg laut der jüngsten WHO-Statistik auf 8011. Guinea, Liberia und Sierra Leone sind am härtesten von der Epidemie betroffen.

In Spanien sind inzwischen auch drei Kolleginnen der infizierten Pflegehelferin auf die Isolierstation eines Madrider Krankenhauses eingewiesen worden. Sie hatten ebenfalls zu dem Team gehört, das zwei mit Ebola infizierte Geistliche behandelt hatte, und bekamen später leichtes Fieber. Eine Ebola-Infektion ist bei ihnen bislang aber nicht festgestellt worden.

Die Ebola-Risiken seien durch moderne Gesundheitssysteme beherrschbar, erklärte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation für Europa, Zsuzsanna Jakab. Allerdings bestehe für medizinisches Personal die Gefahr einer Ansteckung durch Fehlverhalten oder Pannen. Deshalb müssten alle Sicherheitsvorschriften genauestens befolgt werden.

Spaniens Regierungschef Rajoy wies Kritik zurück: «Das spanische Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt», sagte er im Parlament. Da bislang aber ungeklärt ist, wie es zu der Übertragung in der Madrider Klinik kam, breitete sich unter dem Personal der Isolierstation Angst aus. Der Internist Germán Ramírez, der die infizierte Pflegerhelferin behandelt, äußerte die Vermutung, die Infektion könne sich beim Ausziehen des Schutzanzuges ereignet haben. Die Ebola-Kranke habe eingeräumt, sich dabei mit den Schutzhandschuhen ins Gesicht gefasst zu haben.

In Deutschland soll in Kürze eine weiterer Ebola-Patient aus Afrika behandelt werden. Der UN-Mitarbeiter soll in das Leipziger Klinikum St. Georg gebracht werden. Er werde Donnerstag aus Liberia eingeflogen, sagte der Sprecher des sächsischen Sozialministeriums, Ralph Schreiber. Zuvor waren zwei Ebola-Erkrankte nach Deutschland gebracht worden. Ein Arzt aus Uganda liegt derzeit in Frankfurt am Main auf einer Isolierstation. Ein weiterer Erkrankter wurde gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen.

Ein Ebola-Patient, der in Texas behandelt wurde, ist gestorben. Das Krankenhaus bestätigte am Mittwoch den Tod des 42-Jährigen. Der Patient hatte sich in Liberia mit Ebola infiziert, war aber erst nach seiner Einreise in die USA daran erkrankt. Der Mann war Dutzenden Menschen begegnet. Bei dem Fall handelte es sich um die erste Ebola-Diagnose außerhalb Afrikas seit Beginn der aktuellen Epidemie.

Die USA kündigten an, Flugreisende aus den vom Ebola-Virus betroffenen afrikanischen Ländern künftig an fünf großen Flughäfen auf mögliche Symptome untersuchen zu wollen.

Eine Ausbildung von deutschen freiwilligen Helfern für den Einsatz in den Ebola-Regionen Westafrikas soll kommende Woche beginnen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Von mehreren Tausend Bewerbern seien etwa 500 angeschrieben worden, die das Anforderungsprofil erfüllten. Die deutschen Helferteams sollen alle vier Wochen ausgetauscht werden. Die Bundeswehr will ihre Hilfsmission in der westafrikanischen Ebola-Region Mitte November starten.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) rief die Bevölkerung zu weiteren Geldspenden auf. Es bestehe noch immer großer Bedarf. Der Minister verwies auf die eigens eingerichteten Spendenkonten der großen Hilfsorganisationen: «Westafrika braucht unsere Hilfe bei der Schaffung weiterer Behandlungsmöglichkeiten für Patienten.»

In Sierra Leone spitzte sich die Lage durch einen Streik der zur Bestattung von Ebola-Toten eingesetzten Teams zu. Sie fordern eine bessere Bezahlung. Zahlreiche noch hochinfektiöse Leichen seien in Häusern sowie auf Straßen liegen gelassen worden, berichteten Augenzeugen.

Zudem häufen sich Beschwerden, wonach die Totengräber-Teams von Familien Geld dafür verlangen, dass sie deren gestorbene Angehörige abtransportieren. Die Regierung wies in einer Erklärung darauf hin, dass die Bestattung von Ebola-Toten für die Familien grundsätzlich kostenlos sei.

Ein Vertreter des Gesundheitsministeriums erklärte später im staatlichen Rundfunk, der Streit sei beigelegt worden. Auch im benachbarten Liberia haben Bestattungsteams geklagt, ihre Vergütung sei zu gering.

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