Raubkunst: IS verkauft Kunstschätze an Sammler im Westen

Der Islamische Staat plündert die Kulturgüter des Nahen Ostens und verkauft sie an Sammler aus dem Westen. Betroffen sind vor allem der Irak und Syrien. Die EU hat ein Handelsverbot für syrische Kunstschätze verhängt. Doch die Schweiz zieht noch nicht mit.

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Der Islamische Staat (IS) nutzt alle Möglichkeiten, um sich zu bereichern. Die Organisation ist nicht nur im illegalen Energieträger-Handel aktiv, sondern verkauft auch Kunstschätze aus Syrien und dem Irak. Diese werden im Zuge der Eroberungen erbeutet und über dunkle Kanäle an private Sammler aus dem Westen verkauft.

„Allein in der Region al-Nabuk wurden Antiquitäten im Wert von 36 Millionen US-Dollar geplündert. Die dortigen Kunstschätze sind bis zu 8.000 Jahre alt“, zitiert der Guardian einen irakischen Geheimdienst-Mitarbeiter.

Im Jahr 2010 nahm das FBI einen Antiquitäten-Schmuggler aus Kalifornien fest. In seinem Haus fanden die Behörden Keilschrifttafeln, die zuvor aus dem Irak geschmuggelt wurden.

Gestohlene Artefakte finden ihren Weg auch nach Europa. Die EU hat mittlerweile ein Handelsverbot für syrische Kulturgüter erlassen. Doch die Schweiz zögert noch. Das Gründungsmitglied des Internationalen Verbands der Antikenhändler (IAADA), David Cahn, fordert klare Maßnahmen. Er selbst führt ein Auktionshaus in Basel.

„Wir brauchen unbedingt Bilder der Objekte; aus den syrischen Museen beispielsweise“, zitiert ihn das SRF. Diese seien wichtig für die Identifikation der illegalen Objekte. Ein striktes Handelsverbot hält Cahn für die falsche Herangehensweise.

Die Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF) meldet in ihrem Jahresbericht 2013, dass der Schmuggel von Kulturgütern und Antiquitäten hauptsächlich der Finanzierung von Terror-Gruppen dient.

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