Zu viele Risiken: Anleger flüchten in Geldmarktfonds

Den Euro-Geldmarktfonds floss letzte Woche eine Rekordsumme an neuen Mitteln zu. Das beschert ihnen allerdings nur Probleme, denn lukrative Anlagemöglichkeiten haben die Fonds nicht.

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Den Euro-Geldmarktfonds flossen letzte Woche über 23 Milliarden Dollar an neuen Mittel zu. Das ist ein Rekord.  Die Geldmarktfonds dienen vor allem Unternehmen und Banken dazu, überschüssige liquide Mittel kurzfristig anzulegen.

Der enorme Mittelzufluss ist umso erstaunlicher, als Geldmarktfonds kaum noch Erträge abwerfen. Viele Geldmarktfonds bieten keine Rendite mehr, gesteht selbst Thierry Darmon gegenüber der FT. Darmon ist Chef des Finanzmittelmanagements bei Amundi, das einen der größten Geldmarktfonds Europas betreibt.

Tatsächlich gibt es für Geldmarktfonds keine lukrativen Anlagemöglichkeiten mehr, seit Mario Draghi negative Einlagezinsen für die Eurozone verordnet hat. Der Marktzinssatz für Übernachteinlagen (Eonia) ist aktuell negativ und auch der Zinssatz Euribor für Einlagen von einem oder drei Monaten Dauer liegt unter 0,1Prozent.

Doch irgendwo muss die enorme Liquidität im Markt hin. Ganz aktuell wird diese Liquidität noch durch hohe Umsätze an den Aktienbörsen, getrieben durch Panikverkäufe, weiter geschürt. Nullrendite nehmen da zumal Unternehmen gerne in Kauf. Denn sie müssen inzwischen für die einfache Alternative, das Geld auf dem Bankkonto zu belassen, bei vielen Banken Strafzinsen bezahlen. Die Frankfurter Allgemeine hatte dies recherchiert.

Wie die Liquiditätsmanager reagieren werden, wenn auch die Geldmarktfonds negative Renditen erbringen, ist unsicher. Charlotte Quiniou von der Ratingagentur Fitch vermutet, dann würden riskantere Produkte nachgefragt. Derweil denken Geldmarktfonds-Manager darüber nach, Einzahlungen zu limitieren.
Sollte die EU ihren Vorschlag durchziehen, dass Geldmarktfonds 3 Prozent ihrer Mittel als Kapitalpuffer behalten müssen, entstünde ein weiterer Druck auf die Fondsrenditen.

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