Blase beginnt zu platzen: In London sinken die Immobilienpreise

Zum ersten Mal seit langem fallen in London die Immobilienpreise. 2013 waren die Londoner Immobilienpreise noch um rund 20% gestiegen. Die Entwicklung zeigt, wie gefährlich eine Erhöhung der Zinsen zum gegenwärtigen Zeitpunkt sein könnte.

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Die Immobilienpreise in London kannten nach dem Lehman-Rückschlag 2008 nur eine Richtung – nach oben. So finden sich die teuersten Wohnungen der Welt mit Quadratmeterpreisen von bis zu 75.000 Euro inzwischen in der britischen Hauptstadt.

Doch im letzten Quartal gab es die Trendwende. In seinem jüngsten Bericht verzeichnet RICS, der britische Verband der Immobilenfachleute, leicht sinkende Hauspreise im dritten Quartal 2014. Auch für das laufende Quartal erwarten die Verbandsmitglieder fallende Preise in London. Der Druck entweicht aus dem Markt, kommentiert der Verband seine Daten.

London könnte damit Vorreiter für ganz Großbritannien werden. Hier stiegen zwar die Hauspreise von Ende Juni bis Ende September um weitere durchschnittlich 2,7%. Das war allerdings der niedrigste Anstieg seit langem. Im zweiten Quartal betrug er noch 2,9% und im ersten 3,5%.

Peter Bolton King, Direktor bei RICS, sieht im Londoner Preisrückgang eine „gesunde Entwicklung“. Die kommt allerdings sehr überraschend, wenn man bedenkt, dass 2013 die Londoner Immobilienpreise noch um rund 20% gestiegen sind.

Die Entwicklung zeigt, dass sich in Großbritannien eine veritable Immobilienblase entwickelt hat. Wenn die Preise für Immobilien bereits jetzt zu sinken beginnen, kann dies für viele Hypothekenkredite zu einem substantiellen Problem werden, sobald die Zinsen wieder steigen. Es ist daher verständlich, dass die Bank of England offenbar genau aus diesem Grund zögert, die Zinsen wie angekündigt anzuheben. Sie befindet sich damit auf einer Linie mit der US-Notenbank und der EZB.

Die Rechnung müssen allerdings die Sparer weltweit bezahlen, denn sie sind die Leidtragenden der fortgesetzten Niedrigzinspolitik der Zentralbanken.

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