Euro-Zone ändert Statistik und plötzlich sinken die Staatsdefizite

Mit Hilfe einer neuen Statistik-Methode sieht die Lage in der Euro-Zone mit einem Schlag deutlich erfreulicher aus. Doch trotz der Kosmetik ist die Schuldenstandsquote unverhältnismäßig hoch.

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Die Staatsdefizite und Schuldenquoten in der Euro-Zone sind dank einer Statistikänderung nicht mehr so hoch wie bisher. Die Brüsseler Behörde Eurostat legte am Dienstag revidierte Daten vor. Demnach lag das durchschnittliche Defizit der Euro-Länder 2013 bei 2,9 Prozent und damit erstmals seit 2008 unter der erlaubten Obergrenze von drei Prozent. Nach bisherigen Berechnungen betrug das Verhältnis neuer Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) 3,0 Prozent. Im Zuge der veränderten Datenerhebung revidierten die Statistiker auch die sogenannte Schuldenstandsquote. Dieser Schuldenberg im Verhältnis zur Wirtschaftskraft lag im vorigen Jahr bei 90,9 Prozent und war damit auch geringer als ursprünglich mit 92,6 Prozent gemeldet.

Kernpunkt der Änderungen ist die Neuberechnung der Wirtschaftsleistung, um Konjunkturdaten weltweit besser vergleichbar zu machen. Nach der neuen Methode fällt das BIP größer aus, denn das Geld, das Unternehmen in Forschung und Entwicklung stecken, wird als Investition verbucht. Bislang wurden diese Ausgaben vor allem als Vorleistungen angesehen und fielen deshalb bei der Berechnung weitgehend heraus.

Für die meisten Euro-Länder führt dies dazu, dass die Defizit- und Schuldenquoten nun besser aussehen. Das Defizit in Italien etwa lag 2013 bei 2,8 statt wie bisher gerechnet bei 3,0 Prozent, in Griechenland bei 12,2 statt 12,7 Prozent und in Spanien bei 6,8 statt 7,1 Prozent. Den höchsten Überschuss erwirtschaftete Luxemburg mit 0,6 Prozent vor Deutschland mit 0,1 Prozent.

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