Russisches Aufklärungsflugzeug soll Nato-Luftraum verletzt haben

Die Nato meldet, dass zwei portugiesische F-16 ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen haben sollen. Moskau dementiert und behauptet, die Maschine habe sich im internationalen Luftraum befunden.

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Eine Maschine vom Typ Il 20 - hier begleitet von einer französischen Mirage und einem schwedischen Gripen - soll den Nato-Luftraum über Estland verletzt haben. (Foto: wisemanswisdoms.blogspot.com)

Eine Maschine vom Typ Il 20 – hier begleitet von einer französischen Mirage und einem schwedischen Gripen – soll den Nato-Luftraum über Estland verletzt haben. (Foto: wisemanswisdoms.blogspot.com)

Kampfjets der Nato haben sollen über der Ostsee ein russisches Aufklärungsflugzeug abgefangen haben. Die Maschine des Typs Il-20 sei ohne Erlaubnis in den Luftraum des westlichen Verteidigungsbündnisses eingedrungen, teilte ein Sprecher am Mittwochabend im belgischen Mons mit. Portugiesische F-16-Piloten hätten daraufhin Sichtkontakt mit der Besatzung der Maschine aufgenommen und sie aus dem Nato-Luftraum hinausbegleitet.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben der Nato zufolge bereits am Dienstag nahe der estnischen Insel Saaremaa. Das russische Flugzeug sei in Richtung Dänemark unterwegs gewesen und rund 600 Meter weit in den Nato-Luftraum eingedrungen, hieß es. Neben den portugiesischen Jets waren auch belgische F-16 sowie Flugzeuge des Kooperationspartners Schweden an der Abfangmission beteiligt. Die russische Il-20 soll rund eine Minute lang über Nato-Gebiet geflogen sein.

Dem russischen Botschafter in Tallinn, Juri Mersljakow, sei bereits eine Protestnote überreicht worden, teilte der Hauptstab der estnischen Verteidigungskräfte am Mittwoch mit. „Die Maschine vom Typ Il-20 sei etwa 500 Meter in den estnischen Luftraum bei den Inseln Saaremaa und Hiiumaa eingedrungen und habe sich dort rund eine Minute lang aufgehalten“, zitiert Ria Novosti aus der Protestnote. Die Grenzverletzung wurde vom Luftstützpunkt Ämari registriert. Das Aufklärungsflugzeug bewegte sich den Angaben Etslands zufolge mit abgeschalteten Transpondern und vermied jeglichen Funkkontakt zu estnischen Bodendiensten.

Das Verteidigungsministerium Russlands hat den Bericht des estnischen Militärs dementiert, berichtet dagegen Ria Novosti. „Ein russisches Aufklärungsflugzeug hatte am Dienstag eine Übung über dem neutralen Gewässer der Ostsee absolviert“, hieß es am Mittwoch in Moskau. „Der Flug erfolgte in strikter Übereinstimmung mit internationalen Regeln für die Nutzung des Luftraumes“, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

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