Neue Dachziegel als Filter für Stickstoffoxid aus der Luft

Kalifornische Studenten haben einen Anstrich für Ziegel entwickelt, der Autoabgase filtert. Mit einer Beschichtung aus Titandioxid sollen bis zu 97 Prozent der Smog-Teilchen eingefangen werden. Die Beschichtung soll kaum Mehrkosten verursachen.

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Ein durchschnittliches Dach einer Wohngegend soll jährlich so viel Stickstoffoxid aus der Luft nehmen, wie ein Auto in fast 18.000 km produziert, so die Kalkulation. Mit einer Beschichtung aus Titandioxid werden bis zu 97 Prozent der Smog verursachenden Teilchen eingefangen. In einer Veröffentlichung der University of California werden die Erfinder vom Bourns College of Engineering vorgestellt.

In der Farbe sind Smog-Killer den üblichen Lehmziegeln sehr ähnlich. Natürlich kann in diesem Fall der Preis ein Hindernis sein. Doch genau dieser Faktor ist das Geniale an der Entwicklung. Die Mehrkosten für ein komplettes, durchschnittliches Ziegeldach betragen gerade einmal fünf US-Dollar.

Werden diese Ziegel großräumig eingesetzt, können damit enorme Mengen von Stickstoffoxid der Luft entzogen werden. So sollen eine Million Dächer – mit entsprechender Beschichtung – allein jeden Tag 21 Tonnen des giften Gases eliminieren.

Eine derartige Umsetzung würde im Süden von Kalifornien enorme Auswirkungen haben. Hier werden täglich 500 Tonnen Stickstoffoxid freigesetzt. Dies betrifft die Regionen von Orange County, sowie Wohnviertel von Los Angeles, Riverside und im Landkreis San Bernardino.

Auch wenn das scheinbar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist – ein großer Schritt in die Richtung ist es allemal. Deshalb wurde das Team bereits im vergangenen Jahr mit einem Preis und 15.000 US-Dollar ausgezeichnet. Damals ging es um die sogenannte „Phase One“, also die erste Phase des Projekts. Inzwischen ist auch die Phase zwei abgeschlossen und das Team wird von einem Professor für Chemie und Umwelttechnik beraten.

Das Projekt soll weiterentwickelt werden. Auch wenn die Effizient der Ziegel bereits bei 88 bis 97 Prozent liegt. Studien haben ergeben, es ist nicht wichtig, wie dick die Schicht von Titandioxid auf dem Material ist. Entscheidend ist, welche Fläche damit versorgt wird. Denn selbst eine zehnfache Dosis der Beschichtung führte nur zu wenig besseren Ergebnissen. Aus diesem Grund können die Ziegel auch günstig produziert werden, weil nur sehr wenig Titandioxid benötigt wird.

Neue Pläne für eine Weiterentwicklung liegen auch schon in der Schublade. Die Idee wird übrigens im neuen Schuljahr von neuen Studenten fortgeführt. Die ursprünglichen Forscher haben dieses Jahr ihren Abschluss gemacht und verlassen das College und seltsamerweise damit auch das Projekt.

Doch vielleicht kommen diese Nachwuchskräfte sogar auf neue Lösungen, die das System noch effektiver machen. Angedacht sind bereits Wandfarben für Häuser, die mit Titandioxid versehen werden könnten. Damit würden natürlich noch deutlich mehr Flächen genutzt werden können, als nur die Dächer per Ziegel. Schließlich befindet sich der Smog in der Luft nicht nur über den Häusern.

Wer Bedenken hat, ob Titandioxid tatsächlich eine gute Idee ist, dem sei gesagt, dass es weder als giftig noch wassergefährdend eingestuft ist. Außerdem ist es beständig gegen Hitze, Licht und Säuren. Und zumindest den ersten beiden Einwirkungen ist es täglich auf den Dächern ausgesetzt.

Titandioxid ist sogar für Lebensmittel zugelassen und das in unbegrenzter Menge. Es dient oft als Farbstoff und ist auf der Verpackung erkenntlich als E 171. Besonders bei Kaugummis wird es häufig hinzugefügt. Aber auch für Medikamente und im Kosmetikbereich ist es zugelassen.

Somit ist der Einsatz also unbedenklich und hat den Effekt, dass sich ein Teil des Smogs in seine Bestandteile auflöst. Die nächsten Schritte gehen dahin, Farben für Straßenmarkierungen mit Titandioxid zu testen. Und sogar Beton in Verbindung mit dem Stoff soll auf die luftreinigende Wirkung hin untersucht werden.

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