Plötzlich ohne Schulden: Occupy-Bewegung löst Studenten-Kredite ab

Die hohen Kosten für ein Studium in den USA treiben etliche Studenten jedes Jahr an den Rand des Ruins. Insgesamt sitzen die Studenten auf einem Schuldenberg von mehr als einer Billion Dollar. Die Occupy-Bewegung will dem entgegenwirken und kauft Kredite billig auf, um sie dann den Studenten zu erlassen. Davon profitierten bereits mehr als 2.000 Studenten.

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In den USA wurden etliche Studenten mit einer erfreulichen Nachricht überrascht: Ihre Kreditschulden vom Studium sind getilgt. Doch nicht sie haben ihre Schulden beglichen, sondern ein Ableger der Occupy-Wallstreet Bewegung. Unter dem Namen Rolling Jubilee, engagieren sich die Aktivisten von Debt Strike (Streik den Schulden) für Verschuldete. So konnten 2.761 Studenten von ihren Schulden in Höhe von insgesamt rund 3,8 Millionen Dollar befreit werden.

Ähnlich wie es aus der ursprünglichen Immobilien-Krise in den USA bekannt geworden ist, verhält es sich auch mit Studienkrediten. Werden diese nicht wie vereinbart fristgerecht zurückgezahlt, können die Banken diese vergebenen Kredite zu einem Paket zusammenschnüren und an einen Dritten verkaufen. So ist es auch im Fall der 2.761 Studenten gewesen. Diese hatten Schulden am Everest College, welches dem Unternehmen Corinthian Colleges unterstellt ist. Letzteres wurde im September bereits von der US-Regierung wegen räuberischer Kreditvergabe auch im Zusammenhang mit Studentenkrediten verklagt.

Für das Kreditpaket des Corinthian College im Wert von 3,8 Millionen Dollar zahlten die Rolling Jubilee insgesamt 106.709,48 Dollar, also 3 Cent pro Dollar, so der Guardian. Doch statt wie andere Banken auf die Rückzahlung der vergebenen Kredite zu setzen, erließ die Bewegung den Studenten die Kredite. Die zum Kauf notwendigen Gelder hat die Bewegung über Spenden generiert.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Verschuldung der Studenten in den USA verdreifacht. Der Finanzaufsichtsbehörde zum Schutz der Verbraucher (Consumer Financial Protection Bureau CFPB) zufolge beläuft sich diese auf mittlerweile über eine Billion Dollar. Das entspricht in etwa sechs Prozent des amerikanischen BIPs. „Zusammen können wir die Schuldner nach dem Zufallsprinzip mit gegenseitiger Unterstützung, gutem Willen und kollektiver Verweigerung befreien“, heißt es auf der offiziellen Seite der Rolling Jubelees. Vor der Aktion mit den Studentenkrediten hatte die Bewegung 2.693 Schuldner von ihren von Ihren Schulden befreit, die aufgrund medizinischer Versorgung aufgelaufen waren.

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