Russischer Milliardär steigt beim Nürburgring ein

Ein Freund des Fußball-Oligarchen Roman Abramowitsch übernimmt trotz der Sanktionen gegen Russland die Mehrheit beim Nürburgring. Nachdem das Land Rheinland-Pfalz dort Millionen an Steuergeldern versenkt hat, soll statt eines Freizeitparks wieder Motorsport betrieben werden.

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Der Nürburgring in der Eifel kommt mehrheitlich in russische Hände. Der milliardenschwere Unternehmer Viktor Charitonin übernimmt die Anteile des mittelständischen Autozulieferers Robertino Wild, wie die Sanierer der traditionsreichen Rennstrecke am Donnerstag mitteilten. Wilds Düsseldorfer Firma Capricorn hatte zusammen mit dem ehemaligen Unternehmensberater Axel Heinemann (GetSpeed) den Zuschlag für den Ring erhalten, hatte aber Schwierigkeiten, den Bar-Anteil des Kaufpreises von 77 Millionen Euro aufzubringen. Kredite über 45 Millionen Euro sollte die Deutsche Bank beisteuern.

Charitonin gehört der russische Arzneimittelhersteller Pharmstandard und gilt als enger Geschäftsfreund des ebenfalls sportbegeisterten Oligarchen Roman Abramowitsch. Über diesen sei auch der Kontakt zwischen Wild und Charitonin zustandegekommen, hieß es im Umfeld der Transaktion.

Die NR Holding des neuen Gesellschafters habe die zweite und dritte Rate des Kaufpreises – zusammen zehn Millionen Euro – vorzeitig bezahlt, sagte ein Sprecher der Ring-Sanierer. „Die Gesamtfinanzierung ist sichergestellt.“ An Wilds Konzept wolle der neue Eigentümer festhalten. Der Ring solle wieder auf den Motorsport konzentriert werden, rund um die „Grüne Hölle“ sollen sich motorsportnahe Autozulieferer ansiedeln.

Das Land Rheinland-Pfalz war mit dem Plan gescheitert, aus dem abgelegenen Gelände einen großen Freizeitpark zu machen. Die EU-Kommission verbot dem Land weitere Subventionen, worauf die Besitz- und Betreibergesellschaften Insolvenz anmelden mussten.


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