Magnet-Stab kocht Wasser ohne Topf

Ein Induktions-Stab erzeugt Hitze mittels elektromagnetischer Energie. So können Flüssigkeiten innerhalb von Minuten erhitzt werden. Die Technologie ist deutlich sparsamer als klassische Wasserkocher.

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Ein Berliner Startup hat den elektro-magnetischen Wasserkocher entwickelt. (Foto: Chudy and Grase)

Ein Berliner Startup hat den elektro-magnetischen Wasserkocher entwickelt. (Foto: Chudy and Grase)

Ein Berliner Startup hat einen Induktionsstab entwickelt, der Wasser direkt in der Tasse zum Kochen bringt. Das Gerät funktioniert ähnlich wie ein Induktionsherd, allerdings auf einer viel kleineren Fläche. Es wird dabei lediglich eine Art Herdplatte benötigt. Das ist der eine Teil von Miito. Dazu gibt es noch einen Induktionsstab, der in die Tasse mit Wasser gestellt wird. Sobald das Wasser kocht, schaltet das Gerät automatisch ab und geht in den Standby-Modus. Wird der Stab direkt auf die Platte gelegt, schaltet sich Miito aus.

Miito soll die Kreation heißen und stammt von Nils Chudy aus Berlin. Mit seiner Design-Kollegin Jasmina Grase will er die Erfindung vermarkten. Zusammen haben die beiden bereits ein Entwicklungsstudio namens Chudy and Grase  in Kopenhagen gegründet, das schon andere Ideen auf die Beine gestellt hat.

In einem Video erklären die beiden Berliner, wie ihr Gerät in der Praxis aussieht und eingesetzt werden kann:

Nils Chudy, der an der Design Academy Eindhoven studierte, konzentriert sich bei dem Projekt auf eine möglichst effektive Energieverwendung. Oft haben Wasserkocher eine Mindestmenge von 0,5 Liter, die es zu füllen gilt. Wer eine Tasse Tee mit einem Viertelliter Wasser trinken möchte, erwärmt somit die doppelte Menge und verbraucht doppelt so viel Strom. Das soll sich mit Miito ändern.

So wird auch auf der Homepage von Miito das Zitat von Leyla Acaroglu verwendet: „Der tägliche zusätzliche Energieverbrauch (von zu vollen Wasserkochern) reicht, um alle Straßenlaternen von England eine Nacht leuchten zu lassen.“ Diese Aussage bringt die Energieverschwendung mit Wasserkochern auf den Punkt. Es wird viel zu oft Wasser erhitzt, das gar nicht benötigt wird und nur wieder abkühlt. Der Energy Saving Trust nutzt den Vergleich aus dem Zitat ebenfalls. Wie die Dailymail  berichtet, könnten die englischen Straßenlaternen zwei Monate beleuchtet werden, wenn jeder nur die Energie zum Wasserkochen verwenden würde, die er tatsächlich braucht.

Nils Chudy hat noch ganz andere Verkaufsargumente für seinen Miito. Abgesehen davon, dass nur die Energie verbraucht wird, die der Anwender auch benötigt, verkalkt der Induktionskocher auch nicht.

Ein häufiges Problem bei klassischen Wasserkochern ist, dass sich der Kalk aus dem Wasser am Boden absetzt und damit der Wirkungsgrad im Laufe der Zeit abnimmt. Es wird also noch mehr Energie verbraucht, um dieselbe Menge an Wasser zu erwärmen, weil eine Kalkschicht am Boden den Wärmefluss zum Wasser beschränkt. Dieses Problem gibt es beim Miitto nicht.

Darüber hinaus funktioniert das Gerät mit jedem Gefäß. Ob es eine Tasse oder ein Glas ist – solange der Induktionsstab mit einem Fuß hineinpasst, kann das Wasser erhitzt werden. Das gilt natürlich auch für ganze Teekannen. Denn sogar das ist möglich. Es muss nicht erst Wasser extern gekocht werden und danach in die Kanne gekippt werden. Das Wasser kann direkt in die Kanne gefüllt werden und an Ort und Stelle zum Kochen gebracht werden.

Die Induktionstechnik ist nicht nur auf Wasser beschränkt. So können Anwender auch ihren Kaffee oder ihre Milch mit dem Miito erwärmen. Doch auch hier hört der Nutzen noch nicht auf. Selbst Suppen können mit der Erfindung heiß gemacht werden. Insofern wäre es vielleicht sogar für Restaurants interessant – auch mit dem Hintergedanken effektiv Strom zu sparen.

Ein Patent auf die Erfindung ist bereits angemeldet und die beiden Designer warten noch auf das grüne Licht vom Amt. Unterdessen wird weiter an der Produktion und Vermarktung gearbeitet. Was dabei natürlich ausgesprochen praktisch wäre, ist eine Nominierung für einen anerkannten Preis. Auch dies könnte den Berlinern blühen.

Miito ist unter den letzten 20 Projekten für den James Dyson Award. Von ehemals 600 Kandidaten sind jetzt nur noch diese 20 übrig und Miito ist dabei. Am 6. November wird das Ergebnis von James Dyson persönlich verkündet. Wer es bereits unter diese verbleibenden Kandidaten geschafft hat, kann stolz auf sein Produkt sein. Die Macher von Miito sind natürlich besonders gespannt auf das Ergebnis bei der Preisverleihung.

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