Baubranche plant nächstes Jahr mit Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro

Für kommendes Jahr plant die Baubranche groß: Eine Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro wird angepeilt. Einen Wettbewerbsvorteil können sich jene Betriebe verschaffen, die die Winterpause für Weiterbildungen nutzen.

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Für das kommende Jahr plant die Baubranche groß: Eine Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro wird angepeilt. Die Erlöse dürften im nächsten Jahr um zwei Prozent steigen und damit etwas weniger als 2014, sagte der Präsident des mittelständischen Bauverbands ZDB, Hans-Hartwig Loewenstein, am Mittwoch in Berlin. „Der Wohnungsbau bleibt weiterhin der Impulsgeber der Baukonjunktur.“ Allerdings hätten sich hier zuletzt die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Die Sparte werde im nächsten Jahr 2,5 Prozent zulegen, nach einem Umsatzplus von 4,5 Prozent im laufenden Jahr. Der Wirtschaftsbau werde 2015 stagnieren, während sich die Branche vom öffentlichen Bau ein Plus von 2,5 Prozent verspreche.

Der Verband schraubte seine Erwartungen für 2014 leicht herunter. Der gesamte Umsatz im Bauhauptgewerbe werde nur um 2,8 Prozent auf gut 98 Milliarden Euro steigen und nicht wie ursprünglich erwartet um 3,5 Prozent. Grund sei, dass sich der Wohnungsbau nicht ganz so stark entwickelte wie erhofft, sagte Loewenstein. Zudem sei es im öffentlichen Bau schlechter gelaufen als erwartet. „Leider bestätigt sich auch in diesem Jahr, dass eine verbesserte Kassenlage bei den Kommunen nicht zwangsläufig zu höheren Investitionen führt“, kritisierte Loewenstein. Die Zahl der Beschäftigten werde in diesem und im nächsten Jahr unverändert bei rund 760.000 bleiben.

Die Winterperiode zwingt viele Unternehmen des Baugewerbes jedes Jahr wieder zu Zwangspausen. Von den Bauunternehmen wird dazu sogar Personal teilweise vorübergehend freigestellt. Thomas Büschel, Geschäftsführer der TÜV Akademie des TÜV Thüringen, rät, diese umsatzschwache Zeit für Qualifizierungen zu nutzen.

Der Winter steht zwar noch nicht ganz vor der Tür, viele Bauunternehmer stehen allerdings jetzt schon vor der Frage, wie sie die bevorstehende Schlechtwetterperiode sinnvoll überbrücken können. Eine Alternative zur Mitarbeiterfreistellung ist das Thema Weiterbildung. In der Hauptsaison des Baugewerbes vom Frühjahr bis zum Spätherbst besteht im Prinzip keine Möglichkeit, auf den Baustellen dringend benötigte Fachkräfte für Qualifizierungen freizustellen. „Wir bieten deshalb Bauunternehmen mit unserer Winterakademie gezielt die Möglichkeit, ihr Personal wieder auf einen aktuellen Stand zu bringen. So können beispielsweise Nachweise für die Berufsgenossenschaft erlangt werden“, meint Thomas Büschel von der TÜV Akademie. „Viele dieser gesetzlichen Befähigungsnachweise werden unserer Erfahrung nach ganz oft in den Ausschreibungen gefordert“, so Büschel. Er glaubt, dass Unternehmen, die in der Winterpause in Weiterbildung investieren, im Frühjahr deutlich wettbewerbsfähiger dastehen.

Ein wichtiger Schwerpunkt für solche Befähigungsnachweise dürfte in diesem Winter der Nachweis der Sachkunde im Umgang mit Asbest sein. Denn seit Beginn dieses Jahres ist eine Änderung der Technischen Regel für Gefahrstoffe in Bezug auf Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten an fest gebundenen Asbestprodukten in Kraft getreten. Sachkundige müssen demnach ihre Befähigung neu nachweisen. Darüber hinaus können in der Winterakademie der TÜV Akademie beispielsweise Befähigungsnachweise für das Bedienen selbstfahrender Arbeitsmittel wie Hubstapler, Bagger oder Radlader erworben werden oder aber die Ausbildung zur Befähigten Person zur regelmäßigen Prüfung der eingesetzten Arbeitsmittel im Unternehmen absolviert werden. „Geschulte Baufachleute erhöhen zweifellos die Einsatzflexibilität und können in der hart umkämpften Baubranche zum Wettbewerbsvorteil werden“, resümiert Thomas Büschel.

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