Spannungen mit Russland: Bundeswehr will neue Radpanzer kaufen

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Ukraine-Krise nützen, um neue Radpanzer für die Bundeswehr zu kaufen. Noch vor einigen Monaten war der Kauf wegen der knappen Haushaltsmittel abgelehnt worden. Die Nato hatte wegen der Ukraine-Krise gefordert, dass die Mitgliedsstaaten ihre Militär-Etats erhöhen müssten.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Das Bundesverteidigungsministerium plant wegen der zunehmend gespannten Beziehungen zu Russland nun doch den Kauf weiterer Radpanzer für die Bundeswehr. Das Ministerium beabsichtige ab 2016 die Beschaffung von 131 zusätzlichen Fahrzeugen des Typs Boxer für insgesamt etwa 620 Millionen Euro, heißt es in der Vorlage des Finanzministeriums für die Schlussberatungen des Bundestags-Haushaltsausschusses über den Etatentwurf 2015, die Reuters am Montag vorlag. Die bisher für das Heer vorgesehenen 190 Boxer reichten „vor dem Hintergrund der veränderten Sicherheitslage, insbesondere bezogen auf den europäischen Rahmen“, deutlich nicht mehr aus. Schließlich könne Deutschland vor allem das Heer in die Bündnisverteidigung einbringen.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags muss die Beschaffung der Radpanzer, die von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) gebaut werden, noch genehmigen. Vor wenigen Monaten hatte sich das Verteidigungsministerium noch gegen den Kauf weiterer Fahrzeuge gesperrt. Dies sei nach der derzeitigen Finanzplanung nicht zu leisten, schrieb der Parlamentarische Staatssekretär Markus Grübel damals an den Wehr-Ausschuss des Bundestags. Die Verteidigungspolitiker der Koalition drängten Mitte Oktober unter Verweis auf die Ukraine-Krise jedoch erneut auf den Kauf weiterer Rad- und auch Kampfpanzer. Die angestrebte Zahl von 225 Leopard-Panzern und 190 Radpanzern des Typs Boxer sei angesichts der aktuellen Sicherheitslage nicht mehr angemessen, hieß es in den Anträgen der Verteidigungsexperten der Koalition für den Haushalt 2015.

Aus den Unterlagen für die abschließende Sitzung der Haushälter am Donnerstag ergibt sich zudem, dass es offenbar zu Verzögerungen beim Bau der neuen Fregatte 125 kommt. Die Industrie werde 2015 entgegen den Planungen einen Meilenstein des Programms nicht erbringen können, hieß es. Daher würden die dafür vorgesehenen knapp 300 Millionen Euro zunächst nicht abfließen. Die vier Fregatten der Klasse 125 werden von den Werften ThyssenKrupp Marine Systems und Lürssen gebaut. Die Auslieferung der ersten Fregatte wird trotz der Verzögerungen weiter Mitte 2017 erwartet.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick