Nach dem Kampfeinsatz: Soldaten heuern bei Banken als Mitarbeiter an

Finanzinstitute setzen bei der Besetzung neuer Posten immer öfter auf Soldaten. Einige Banken haben sogar Workshops und Praktika entwickelt, um mehr Soldaten für die Finanzwelt zu begeistern. Soldaten seien pünktlich, teamorientiert und integer, heißt es vonseiten der Banken.

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Die Frage, was nach der Zeit bei der Armee kommt, stellt sich für viele Soldaten. Je nach weltpolitischer Situation kann dieser Moment schneller oder auch langsamer kommen. In Großbritannien beispielsweise hat das Ende der Kampfeinsätze in Afghanistan zu einer Kürzung des Verteidigungshaushalts geführt. Entsprechend werden bis 2015 etliche Soldaten aus dem Dienst ausscheiden, berichtet die FT. Immer mehr Finanzinstitute freuen sich über solche Entscheidungen. Banken wie Morgan Stanley, Citi, Goldman Sachs und JPMorgan haben in den vergangenen Jahren begonnen, mehr und mehr ehemalige Soldaten aus Armee, Luftwaffe und Marine anzustellen.

Ausscheidende Soldaten bieten ein hohes Maß an Professionalität und die Fähigkeit, unter Druck zu ganz klar gestellten Bedingungen zu arbeiten“, zitiert die FT David Duffy. Duffy ist Chef der britischen Career Transition Partnership, die ehemalige Soldaten vermittelt. Ihre „Teamarbeit, ihr Ethos und ihre Philosophie sind sehr ansprechend“, sagt Patrick Thomson von JPMorgan über ehemalige Soldaten. Menschen, die die Streitmächte verlassen, würden sehr gut zu Banken passen. „Sie haben den organisatorischen Anspruch, Projekte abzuschließen und verfügen auch über eine äußerst starke Integrität.“

Die Geldhäuser haben sogar bestimmte Eingliederungsmaßnahmen für die ehemaligen Soldaten geschaffen. Seit 2011 gibt es bei JPMorgan eine Art formales Praktikumsprogramm für ehemalige Soldaten, um die Bank kennenzulernen. An den Workshops, die Morgan Stanley vierteljährlich für Soldaten anbietet, haben seit 2010 bereits 700 Männer und Frauen teilgenommen. Die Workshops sollen den Soldaten die Möglichkeit geben, zu sehen, welcher Bereich der Bank ihnen liegen würde. Und sie sollen auch die Finanzdienstleistungsbranche entmystifizieren, so Dan Worthington. Er selbst ist ehemaliger Fallschirmspringer und arbeitet bei Morgan Stanley.

Citi hat ein Programm ins Leben gerufen, um Soldaten, die die Armee in ihren Zwanziger Jahren verlassen für das Absolventenprogramm der Citi zu begeistern. Und auch Goldman Sachs bietet seit 2012 ein achtwöchiges Veteranenprogramm. Am schwierigsten sei es trotz dieser Programme, die Lücke zwischen innewohnender Kompetenz der ehemaligen Soldaten und ihrer mangelnden Erfahrung im Finanzbereich zu überbrücken, sagte Will Packard von der Citi der FT. Ein hoher Offizier sei nicht automatisch in einer leitenden Funktion einer Bank.

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