EU überweist Ukraine 260 Millionen Euro aus Euro-Rettungsschirm

Die EU hat der Ukraine einen Kredit in Höhe von 260 Millionen Euro überwiesen. Im Februar soll das Land weitere 250 Millionen Euro erhalten. Ein Großteil der gesamten EU-Finanzhilfen wird in den Ankauf von Erdgas aus Russland gesteckt. Das Geld stammt aus dem Euro-Rettungsschirm.

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Die Europäische Union hat der Ukraine Finanzhilfen in Höhe von 260 Millionen Euro überwiesen.

Die ukrainische Regierung meldet auf ihrer Webseite:

„Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der Europäischen Union hat die Ukraine einen Kredit von 260 Millionen Euro (die zweite und dritte Tranche der Finanzhilfe der EU) erhalten.“

Der Sollzins des Kredits beträgt 1,375 Prozent. Das Fälligkeits-Datum der Kreditverpflichtung ist der 4. Oktober 2024.

Die 260 Millionen Euro wurden als Teil der EU-Makrofinanzhilfe in Höhe von 610 Millionen Euro gewährt. Die nächste Tranche in Höhe von 250 Millionen Euro ist für den Februar 2015 geplant.

Der Leiter der Kapitalmarkt-Analyseabteilung der Baader Bank, Robert Halver, sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten:

Die 260 Millionen Euro stammen aus dem Euro-Rettungsschirm. Es wird Kapital auf den freien Kapitalmärkten in Form von Staatspapieren aufgenommen. Der Zinssatz wird unter 1,375 Prozent liegen. Doch zum aktuellen Zeitpunkt ist zum Zinssatz noch nichts bekannt. Den dürfte die EU-Kommission in den kommenden Tagen oder Wochen bekannt geben. Hier ist zu erwähnen, dass die Ukraine-Hilfen nicht aus Geldern der EZB bestehen. Die politische Symbolik dieser Hilfen hat einen hohen Stellenwert.“

Die Finanzhilfen der EU werden hauptsächlich in den Ankauf von Erdgas aus Russland fliessen. Denn die Ukraine will bis Jahresende rund eine Milliarde Kubikmeter Erdgas aus Russland kaufen. Das kündigte Energieminister Juri Prodan am Freitag in Kiew an.

Der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz erklärte sich bereit, einen Teil seiner Schulden zu begleichen und vorab 610 Millionen Euro für neue Lieferungen zu bezahlen. Russland hatte im Juni wegen Preisstreitigkeiten seine Exporte zeitweise gekappt und angekündigt, künftig nur noch gegen Vorkasse zu liefern. Kiew, Moskau und die Europäische Union hatten sich vor zwei Wochen darauf verständigt, dass die Winterversorgung der Ukraine sichergestellt werden soll.

Der russische Energiekonzern Gazprom sieht allerdings die Weiterleitung von Gas durch die Ukraine nach Europa gefährdet. Das Risiko habe ein „kritisches“ Niveau erreicht. Etwa die Hälfte der russischen Gasexporte nach Europa führen über die Ukraine. Beide Länder liegen derzeit über Kreuz: Die Ukraine wirft Russland vor, die Separatisten im Osten des Landes zu unterstützen.

Unter den militärischen Auseinandersetzungen in der Ost-Ukraine leidet auch die Wirtschaft. Frühestens 2016 erwartet die Regierung die Rückkehr zu Wachstum.


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