Commerzbank führt Straf-Zinsen auf Guthaben ein

Die Commerzbank will künftig von Kunden eine Gebühr für hohe Einlagen verlangen. Zunächst gelte diese Regelung für Großkonzerne und Profi-Anleger, so die zweitgrößte deutsche Bank. Als Begründung werden die negativen Einlagezinsen der EZB genannt.

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Großkonzerne und Profi-Anleger müssen künftig bezahlen, wenn sie kurzfristig höhere Summen bei der Commerzbank anlegen. „Bei einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern behalten wir uns vor, für hohe, aus überschüssiger Liquidität bei uns geparkten Einlagen, eine Guthabengebühr zu berechnen“, sagte ein Sprecher der zweitgrößten deutschen Bank am Donnerstag. „Grund hierfür sind die negativen Einlagenzinsen der EZB.“

Die EZB verlangt von Geldhäusern seit September einen Strafzins von 0,2 Prozent, wenn diese bei der Notenbank über Nacht Geld anlegen.

„Bei der Erhebung der Guthabengebühren werden wir sorgsam vorgehen und besondere Rücksicht auf Liquiditätsbestände unserer Kunden nehmen, die für den laufenden operativen Geschäftsbetrieb notwendig sind“, erklärte der Commerzbank-Sprecher. „Im Falle kurzfristiger Einlagen zeigen wir unseren Kunden geeignete alternative Anlagemöglichkeiten für ihre überschüssige Liquidität auf.“ Für Privat- und Geschäftskunden sowie Mittelständler seien grundsätzlich keine negativen Einlagezinsen geplant. „Konditionen und Zinsen für institutionelle Anleger und Großkonzerne werden wie bisher auch individuell vereinbart.“ Das Wall Street Journal Deutschland hatte zuerst über die Pläne der Commerzbank berichtet.

Andere deutsche Großbanken verlangen von ihren Firmenkunden bisher noch kein Geld für hohe Einlagen. Insider gehen allerdings davon aus, dass weitere Großbanken diesem Schritt folgen werden.

So lange er an der Spitze der HypoVereinsbank (HVB) stehe, werde es keine negativen Zinsen geben, sagte kürzlich HVB-Chef Theodor Weimer. „Egal, wer zu uns kommt, er wird dafür nicht bestraft.“ Jürgen Fitschen, der Präsident des Privatbankenverbandes BdB und Co-Chef der Deutschen Bank, erklärte vor kurzem, jedes Geldhaus müsse selbst entscheiden, ob es die negativen Einlagezinsen an seine Kunden weiterreiche oder nicht.

Im Oktober hatte die Deutsche Skatbank mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, ab November einen Strafzins von 0,25 Prozent zu verlangen, wenn Kunden bei ihr große Summen auf Tagesgeld- oder Girokonten parken. Der Genossenschaftsverband BVR und der Sparkassenverband DSGV haben sich gegen negative Einlagezinsen für Privatanleger ausgesprochen.

Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret warnt die deutschen Banken hingegen vor der Einführung von Strafzinsen auf Spar- oder Giro-Konten. Verbraucher damit zu schrecken, wäre „negativ für die Sparkultur“, sagte Dombret.

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