Frankreich: Sarkozy schwenkt auf Le-Pen-Kurs ein und wettert gegen die EU

In Frankreich zeichnet sich ein deutlicher Politik-Wechsel ab: Um Kandidat der Konservativen zu werden, hat sich der aussichtsreichste Kandidat, Nicholas Sarkozy, deutlich wie noch nie gegen die EU und für eine Rückverlagerung der Kompetenzen in die Nationalstaaten ausgesprochen. Er will dem Front National mit diesem Schwenk das Wasser abgraben.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat eine Woche vor der Wahl eines neuen Parteichefs der Konservativen EU-kritische Töne angeschlagen. Die Europäische Union müsse die Hälfte ihrer derzeitigen Kompetenzen aufgeben, forderte Sarkozy am Samstag vor etwa 4000 Anhängern in Bordeaux. Die Zuständigkeiten für weniger als ein Dutzend zentrale Politikfelder, darunter Industrie, Landwirtschaft und Forschung, sollten bei der EU verbleiben. „Alles andere muss an die Mitgliedstaaten zurückgegeben werden.“

Sarkozy hatte sich im September nach zwei Jahren Auszeit auf der politischen Bühne zurückgemeldet, als er ankündigte, den Vorsitz der oppositionellen UMP anzustreben. Die Wahl des Parteichefs ist für kommenden Samstag angesetzt. Die Haltung zu Europa ist eines der größten Streitthemen innerhalb der Partei. Bei der Europa-Wahl im Mai schnitt in Frankreich der Front National von Marine Le Pen am stärksten ab. Le Pen könnte Umfragen zufolge im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl die Spitzenposition erlangen. Im einer Stichwahl gibt die Umfrage nur Sarkozy Chancen, die Wahl Le Pens zur Präsidentin Frankreichs zu verhindern.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick