Griechenland: Streik und Turbulenzen am Bond-Markt

Griechische Staatsanleihen sind im Donnerstag unter Druck geraten, weil sich abzeichnet, dass Griechenland nicht wie erwartet aus dem Rettungsschirm der EU aussteigen kann. Außerdem hat ein Streik das öffentliche Leben zum Stillstand gebracht.

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Griechenland wird den Rettungsschirm der internationalen Gläubiger womöglich nicht wie geplant Ende des Jahres verlassen und sorgt damit unter Bond-Anlegern für Sorge. Die Kurse der zehnjährigen griechischen Anleihen fielen am Donnerstag, im Gegenzug stiegen die Renditen auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 8,520 Prozent nach 8,357 Prozent im Geschäft des Vortages. Der griechische Leitindex verlor 3,1 Prozent.

Griechenland muss sich bis zum 8. Dezember mit seinen Gläubigern einigen, unter welchen Bedingungen es aus dem Hilfsprogramm der Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) aussteigen kann. Gespräche in Paris mit der EU und dem IWF waren am Mittwoch allerdings gescheitert. Hauptstreitpunkt war der neue Staatshaushalt Griechenlands. Die Gläubiger rechnen mit einer Finanzierungslücke von zwei Milliarden Euro.

Das europäische Programm laufe am 31. Dezember aus, und bis dahin solle die letzte Hilfstranche ausgezahlt sein, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Evangelos Venizelos am Donnerstag in Athen. „Wenn einige Verfahren aus technischen Gründen nicht abgeschlossen werden können, könnte es eine Verlängerung geben, aber kein neues Rettungsprogramm.“

In Griechenland hat ein landesweiter Streik zu schweren Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens geführt. Hunderte Flüge wurden am Donnerstag abgesagt, Behörden blieben geschlossen, Züge und Fähren fuhren nicht. Der öffentliche Nahverkehr war stark eingeschränkt, Krankenhäuser arbeiteten nur mit Notbesetzung.

Tausende Demonstranten wurden zu einem Protestmarsch in Athen erwartet. Gewerkschaften hatten zu dem ersten großen Ausstand seit Monaten aufgerufen, um gegen Entlassungen und eine Rentenreform zu protestieren. Die Maßnahmen zur Haushaltssanierung werden von der EU und dem IWF im Gegenzug für Milliardenhilfen an das Euro-Land.

Die Gewerkschaft des Privatsektors GSEE erklärte, sie leiste Widerstand gegen den „dogmatische Zwang zur Sparpolitik“ der Regierung in Athen und der internationalen Geldgeber. Sie warf der Regierung vor, den Arbeitsmarkt „ins Mittelalter“ zurückführen zu wollen. Auch die Gewerkschaft Adedy des öffentlichen Dienstes rief zum Ausstand auf. Der letzte Generalstreik der beiden Organisationen war im April. Seitdem hat die Protestbereitschaft der Griechen abgenommen, deren Ärger langsam in Resignation umgeschlagen ist. Die Bevölkerung leidet unter drastisch sinkenden Einkommen und einer hohen Arbeitslosigkeit. Die Quote liegt bei 25 Prozent.

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