Leere Straßen und Häuser: In China scheitert die Staats-Wirtschaft

Eine chinesische Studie hat die öffentlichen Investitionen Chinas der vergangenen Jahre analysiert. Die Regierung und auch die lokalen Autoritäten investierten viel, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ganze Städte wurden aus dem Boden gestampft. Doch der Studie zufolge ist oft nicht rentabel gewirtschaftet worden. Die Rede ist von Fehlinvestitionen in Höhe von etwa 5,5 Billionen Euro.

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„In den letzten Jahren ist die Effizienz der öffentlichen Investitionen zur Stärkung des Wirtschaftswachstums in China deutlich zurückgegangen“, heißt es in der aktuellen Studie. Wang Yuan vom Wirtschaftsforschungsinstitut „Academy of Macroeconomic Research“ und Xu Ce von der staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform stellen mit ihrer Beurteilung die Qualität der öffentlichen Ausgaben im Bereich der Investition stark infrage. Von Fehlinvestitionen in den vergangenen fünf Jahren in Höhe von 42 Billionen Yuan (5,5 Billionen) Euro ist die Rede.  Eine Summe, die in etwa 75 Prozent der Wirtschaftsleistung Chinas entspricht.

Die Wissenschaftler sprechen von „Überinvestitionen“, die vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise noch deutlicher geworden seien. Die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft hätten zudem zu einer Verzerrung geführt. So nutzte die China beispielsweise 2004 Rentenfonds für den Bau von städtischen Infrastrukturprojekten. Extrem lockere Geldpolitik, so gut wie keine Übersicht über die verschiedenen, staatlichen Investmentpläne und verzerrte Anreize für Beamte seien größtenteils die Ursachen für die immensen Fehlinvestitionen, zitiert die FT die Wissenschaftler.

Beispiele für potentielle Fehlinvestitionen finden sich in so genannten Geisterstädten, die für Millionen Einwohner konzipiert wurden, in denen jedoch ganze Viertel leer stehen.  Ordos beispielsweise hat einen Leerstand von 37 Prozent, Zhengzhou von 20 Prozent. Der Studie zufolge findet sich  aber die Masse der Fehlinvestitionen in der Stahl- und Autoproduktion. Diese beiden Bereiche wurden nach der Finanzkrise 2008 am stärksten von Chinas Regierung unterstützt. Doch beispielsweise die Stahlindustrie ist seit Jahren von Überkapazitäten geprägt, in Europa ähnlich wie in China. Die Preise befinden sich auf einem Rekordtief.

Allerdings sind die Zahlen der Wissenschaftler auf lange Sicht möglicher Weise nicht ganz korrekt. Sie beziehen sich bei ihren Berechnungen nämlich hauptsächlich auf die Rentabilität der vergangenen fünf Jahre. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich einige der Projekte doch noch in den kommenden Jahren als gute Investition herausstellen. Zudem zeige die Studie nicht, wie genau das Geld verschwendet wurde, sie zeige nur, dass es geringere Rückflüsse gibt als in den vorangegangenen Jahren, kritisiert der Economist.

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