Überfall auf jüdisches Paar in Paris: „Weil Juden auf jeden Fall Geld haben“

In Paris haben drei Täter ein jüdisches Paar in deren Wohnung überfallen. Sie wollten das Paar ausrauben. Den Überfall begründeten sie mit der antisemitischen Parole, dass „Juden auf jeden Fall Geld haben und es nicht auf die Bank bringen“.

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Ein brutaler Überfall auf ein jüdisches Paar im Pariser Vorort Créteil hat in Frankreich Abscheu und Entsetzen hervorgerufen. Drei vermummte Männer waren Anfang der Woche bewaffnet in die Wohnung des Paares eingedrungen, hatten die beiden dort festgehalten, die junge Frau vergewaltigt und Wertgegenstände an sich genommen. Weil sie dabei ausdrücklich die religiöse Zugehörigkeit des Paares erwähnt haben, äußerten sich Präsident François Hollande und Regierungschef Manuel Valls am Donnerstag besonders schockiert von den Vorgängen.

Gegen zwei der mutmaßlichen Täter und einen Komplizen hat die Staatsanwaltschaft am Mittwochabend wegen Gewalttaten mit antisemitischem Hintergrund Ermittlungen eingeleitet. Die mutmaßlichen Täter werden verdächtigt, bereits Anfang November in dem Ort einen älteren jüdischen Mann brutal zusammengeschlagen haben.

Der Korrespondent des Standard berichtet über den Hergang:

«Sie kamen am helllichten Tag und baten vor der geschlossenen Tür um Zucker. Als die 19-jährige Frau nach einem Blick durch den Türgucker öffnete, stülpten sich die drei jungen Männer Strumpfmasken über und drangen mit einem abgesägten Gewehrlauf in die Wohnung in einem ruhigen Viertel von Créteil (südöstlich von Paris). Das Trio verlangte alle Wertsachen heraus – „weil Juden auf jeden Fall Geld haben und es nicht auf die Bank bringen“, wie einer der Eindringlinge offenbar sagte.

Immer wieder wiederholte er solche Aussagen, erzählte das männliche Opfer am Donnerstag auf dem Radiosender France-Info. Einer habe fälschlicherweise behauptet, der Überfallene leite doch eine Kleiderladenkette. „Wir haben euch überwacht, ihr müsst Geld haben“, habe ein anderer erklärt. Als das Paar nur Kreditkarten, Schmuckstücke, Computer und Telefongeräte herausgeben konnte, vergewaltigte einer die junge Frau, damit sie das vermeintliche Geldversteck preisgebe.»

Hollande verurteilte diese «unerträgliche Gewalt», die nicht allein die Familie und die Opfer in Créteil treffe, sondern ganz Frankreich verletze. Valls prangerte den «Horror von Créteil» an und forderte dazu auf, den Kampf gegen den Antisemitismus jeden Tag aufs Neue aufzunehmen. Antisemitische Akte wie Gewalt gegen Juden, versuchte Attentate und Vandalismus haben in Frankreich 2014 stark zugenommen.

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