Dollar zu stark: Mächtigste Bank sieht Welt-Wirtschaft in Gefahr

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat erneut vor einem Crash gewarnt: Die Stärke des Dollar, die hohe Verschuldung von Unternehmen und ein viel zu hoher Bestand an giftigen Papieren könnten äußerst negative Folgen für die Weltwirtschaft haben.

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In schöner Regelmäßigkeit warnt die mächtigste Bank der Welt vor einem internationalen Finanz-Crash. In diesem Jahr hatte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bereits drei Mal auf die Gefahren hingewiesen, die das Finanzsystem bedrohen: Im September 2013, im Juli und im Oktober.

Geändert hat sich nichts: Die Zentralbanken drucken weiter im Gleichklang Geld, als ob es kein Morgen gäbe. Die BIZ sieht auch in ihrem Dezember-Bericht die Politik der Zentralbanken als das Hauptproblem der Weltwirtschaft an. Banken und Politik hingen an den Lippen der Zentralbankern und sei von diesen abhängig geworden, schreibt die BIZ. Das „Abnormale sei zum Normalen geworden“ – und damit sei das gesamte Welt-Finanzsystem ausgesprochen fragil geworden. Kurios: Im Board of Directors der BIZ sitzen ausgerechnet all jene Zentralbanker, die die BIZ nun als Gefahr für die Stabilität ausgemacht hat.

Konkret sieht die BIZ den starken Dollar als eine der größten Gefahren: Vor allem viele hoch verschuldete Unternehmen könnten bei einem weiteren Anstieg des Dollar unter die Räder kommen – mit unabsehbaren Folgen für die nationalen Volkswirtschaften und wegen der extremen Vernetzung der Banken auch für die gesamte Finanzindustrie.

Die Verschuldung der Unternehmen hätten auch zu einem massiven Anstieg der Kreditverbriefungen geführt: Die giftigen Papiere (Collateral Debt Obligations, CDO) seien heute auf einem höheren Stand als 2008 – als die Papiere die erste Finanzkrise ausgelöst hatten. Bildlich gesprochen bedeutet dies: So wie in den Jahren vor 2008 sind heute viele Schulden in Bündel verpackt, von denen kein Mensch mehr weiß, wo sie eigentlich versteckt sind. Damit hatten die Banken den Fehler gemacht zu glauben, dass die Immobilienpreise niemals flächendeckend in den ganzen USA fallen könnten. Ein ähnlicher Denkfehler liegt heute vor: Den Anlegern wird der Eindruck vermittelt, dass niemals die ganze Weltwirtschaft zusammenbrechen könne. Wegen der niedrigen Zinsen werden die Anleger förmlich in die höchst riskanten Papiere getrieben. Die Folge: Bricht das System zusammen, wird es zu weltweiten Verwerfungen kommen.

Dass die Börsen eine künstlich gehypte Veranstaltung sind, halten die Analysten der BIZ schon fast für eine Binsen-Weisheit. Trotzdem warnen die Banker aus Basel auch vor dem Platzen von Börsen-Blasen.

Was die BIZ-Beobachter mit ihren drastischen Worten genau bezwecken, ist unklar. Auffallend ist jedenfalls die Häufung der Warnungen. Es ist gut möglich, dass die BIZ auf Distanz zu den Zentralbanken gehen will. Sie könnte versuchen, dass sie im Fall eines Crashs nicht ebenfalls in Frage gestellt wird, sondern an einer Neugestaltung des Finanzsystems an führender Stelle mitwirken kann.

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